Bangkok — In einer bedeutenden Ermittlungsaktion hat die thailändische Polizei einen bekannten Hacker aus Singapur festgenommen. Der 39-jährige Verdächtige, der mit dem Namen Mr. Chia genannt wurde, ist unter dem Pseudonym „Desorden GhostR“ bekannt und steht im Verdacht, in mehreren Ländern Cyberangriffe durchgeführt und sensible Daten im Darknet verkauft zu haben.
Mr. Chia wird beschuldigt, ohne Erlaubnis in gesicherte Computersysteme eingedrungen zu sein, versuchte Erpressung begangen und auf illegale Weise nach Thailand eingereist zu sein. Bei der Durchsuchung seiner Wohnung konnten die Behörden Laptops, Mobiltelefone, Datenspeicher, Luxusautos und Designertaschen sicherstellen, deren Gesamtwert 10 Millionen Baht übersteigen soll.
Die Festnahme erfolgte nach einer Anzeige eines Unternehmens, dessen Kundendaten in sozialen Medien auftauchten.
Es stellte sich heraus, dass sowohl thailändische als auch singapurische Cyberkriminalitätseinheiten seit 2020 an gemeinsamen Ermittlungen gegen Chia arbeiteten. Insgesamt konnten über 70 Cyberangriffe weltweit mit ihm in Verbindung gebracht werden.
Zu den Zielen von Chia sollen Unternehmen, Finanzinstitute sowie staatliche Datenbanken gehört haben. Dabei habe er Lösegeldforderungen gestellt und die erbeuteten Informationen zum Verkauf angeboten.

Am 26. Februar durchsuchten die Ermittler mit einem gerichtlichen Durchsuchungsbefehl seine Unterkunft in Bangkok. Dabei fanden sie zahlreiche Beweise für seine kriminellen Aktivitäten, darunter Beiträge in Darknet-Foren, in denen er gestohlene Daten anpries.
Untersuchungen des Cybersicherheitsunternehmens Group-IB bestätigten, dass mindestens 20 Vorfälle in Thailand und 50 weitere weltweit auf Chias Vorgehensweise hindeuteten. Derzeit befindet sich Mr. Chia in thailändischem Gewahrsam. Die Behörden beider Länder arbeiten nun eng zusammen, um die nächsten Schritte im Gerichtsverfahren zu planen.