In einem aufsehenerregenden Urteil wurde die 63-jährige Australierin Rungnapha Kanbut am 1. April 2025 im Downing Centre Court für schuldig befunden, zwei thailändische Frauen versklavt und zur Prostitution gezwungen zu haben.
Dieses Urteil markiert einen bedeutenden Wendepunkt für die thailändische Gemeinschaft in Australien und engagierte Menschenrechtsaktivisten, die gegen die Verbrechen des Menschenhandels kämpfen.
Rungnapha stand vor sechs schwerwiegenden Anklagen, darunter der Besitz eines Sklaven und die Veruntreuung von mehr als 10.000 australischen Dollar aus kriminellen Aktivitäten.
Während des Verfahrens präsentierte das Gericht verstörende Beweise, die die grausamen Umstände der betroffenen Frauen dokumentierten. Diese wurden in den Jahren 2004 und 2005 nach Australien verschleppt und mussten unter repressiven Bedingungen leben und arbeiten.
Ihre Pässe wurden konfisziert, und eine fiktive Schuld in Höhe von 45.000 australischen Dollar wurde ihnen auferlegt, die sie angeblich abarbeiten sollten, indem sie täglich 12 Stunden in Bordellen arbeiteten.
Diese neueste Verurteilung folgt einem zuvor ausgesprochenen Schuldspruch im Jahr 2019, der Rungnapha zu einer Haftstrafe von über acht Jahren verurteilen wollte.
Dieses Urteil wurde jedoch im Dezember 2022 vom NSW Court of Criminal Appeals aufgrund von juristischen Unregelmäßigkeiten aufgehoben, was eine Neuverhandlung zur Folge hatte, in der Rungnapha gegen Kaution freigelassen wurde.
Die Wiederaufnahme des Verfahrens verlief jedoch dramatisch
Zwei Geschworene wurden entlassen, nachdem ein Geschworener versucht hatte, ein Messer in den Gerichtssaal zu schmuggeln, während ein anderer gegen die Regeln verstoßen hatte, indem er Kontakt mit einem Richter-Mitarbeiter suchte.
Trotz dieser Störungen entschied Richter James Bennett, dass der Prozess mit einer weiteren Gruppe von Geschworenen fortgesetzt werden könne, und versicherte, dass es keine ernsthaften Bedenken hinsichtlich eines Justizirrtums gebe.
Am 13. Juni 2025 wird Rungnapha nun verurteilt werden
Es wird eine strenge Strafe gefordert, die der Schwere ihrer Verbrechen gerecht wird. Dieser Fall verdeutlicht die drängenden Fragen des Menschenhandels und die Ausbeutung von verletzlichen Frauen durch Schuldknechtschaft und falsche Einwanderungsversprechen.