Bangkok, 5. April 2025 — Es ist ein Albtraum, der Thailand erschüttert: Das nagelneue Gebäude des State Audit Office im Stadtteil Chatuchak liegt in Trümmern. Am 28. März 2025, nach einem heftigen Erdbeben mit Epizentrum in Myanmar, stürzte der 30-stöckige Rohbau ein wie ein Kartenhaus.
Mindestens 15 Tote, Dutzende Vermisste — und die Rettungskräfte kämpfen noch immer gegen die Uhr. Doch warum fiel ausgerechnet dieses Hochhaus? Innenminister Anutin Charnvirakul steht unter Druck, Antworten zu liefern.
Anutin: „Wir finden die Wahrheit — aber es dauert!“
Gestern, am 4. April, trat Anutin vor die Presse — sichtlich angespannt. Nach einer Woche Untersuchung mit Experten wie Asst. Prof. Dr. Thanet Weerasiri vom Engineering Institute of Thailand gibt es noch keine klare Ursache.
„Die technischen Details brauchen Zeit“, betonte er im Innenministerium. Materialproben? Noch nicht komplett gesammelt. Sicherheitsstandards? Müssen überprüft werden. Die Thais sind wütend: Ein modernes Gebäude sollte doch erdbebensicher sein! Anutin versprach Fairness — doch die Angehörigen der Opfer warten verzweifelt.
Minderwertiger Stahl oder Design-Fehler?
Die Gerüchteküche brodelt: War es der Baustahl? Berichte deuten auf minderwertiges Material hin, das nicht den Standards entsprach. Oder liegt es am Design? Anutin ließ durchblicken, dass die Aufzüge ungewöhnlich auf der Rückseite des Gebäudes lagen — ein möglicher Schwachpunkt?
„Wir müssen jede Schicht berechnen“, sagte er. Das Konsortium aus italienisch-thailändischen und chinesischen Firmen, das den 2,1 Milliarden Baht teuren Bau stemmte, schweigt bisher. Die Spannung steigt: Wer trägt die Schuld?
Rettung gegen die Zeit: Hoffnung schwindet
Während Anutin redet, graben Rettungskräfte weiter in den Trümmern. 15 Leichen wurden geborgen, 72 Menschen gelten als vermisst. „Wir hören noch Lebenszeichen“, berichten Helfer vor Ort. Doch die Zeit läuft ab.
Angehörige wie die Mutter der 17-jährigen Naiyana Pimsarn, die im achten Stock arbeitete, stehen in Tränen da. „Mein Mädchen ist da drin“, schluchzt sie. Die Szene ist herzzerreißend — und die Frage bleibt: Hätte das Unglück verhindert werden können?
Entschädigung: Ein Schlag ins Gesicht
Und dann der Skandal: Anutin sprach über Entschädigung — und sorgte für Entsetzen. 29.000 Baht (ca. 800 Euro) für einen Toten, 4.000 Baht (ca. 110 Euro) für Verletzte? „Das ist inakzeptabel!“, donnerte er selbst.
Er hat den Katastrophenschutz aufgefordert, bessere Lösungen zu finden. „Ein Haus kostet 50.000 Baht, aber hier geht’s um Menschenleben!“ Die Opferfamilien fühlen sich verhöhnt — und fordern Gerechtigkeit, nicht Almosen.
Thailand hält den Atem an: Was kommt als Nächstes?
Bangkok ist in Aufruhr. Gouverneur Chadchart Sittipunt rief Gebäudeeigner auf, ihre Hochhäuser zu prüfen. Über 3.300 Gebäude wurden untersucht, mehr als 30 sind unbewohnbar. Anutin betonte: „Thailands Baustandards sind hoch — dieses Desaster ist eine Ausnahme.
“ Doch die Zweifel nagen: War es Korruption? Nachlässigkeit? Oder Pech? Die Untersuchung wird Monate dauern — und bis dahin bleibt die Wunde offen. Thailand fragt: Wie sicher sind wir wirklich?