Ist Thailand die neue Müllhalde für den Hightech-Schrott der Welt?

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Published in Pattaya & Ostküste
Freitag, 01 Juni 2018 00:53

Laem Chabang - Thailand ist eine neue Müllhalde für Elektronikschrott aus der ganzen Welt. Das behauptet zumindest die Polizei und Umweltschützer. Es sei das jüngste Land, das die Auswirkungen von Chinas Importstop von High-Tech-Müll spürt.

Die Polizei am Hafen von Laem Chabang, südöstlich von Bangkok, präsentierte zum Beleg der Behauptung sieben Container, die jeweils mit etwa 22 Tonnen ausrangierter Elektronik, einschließlich zerstoßener Spielekonsolen und Computerboards gefüllt waren.

Dieser Elektronische Abfall oder Elektroschrott komme aus Hongkong, Singapur und Japan, teilte die Polizei mit. Ein Teil davon wurde von Unternehmen importiert, die nicht über die dafür erforderlichen Genehmigungen verfügen.

„Das zeigt, dass Elektronikschrott aus allen Teilen der Welt nach Thailand verschifft wird“, sagte der stellvertretende Polizeichef Wirachai Songmetta, als er den Medien die Container zeigte.

Elektroschrott wird durch Geräte mit elektrischen Bauteilen, Kabeln oder einer Batterie definiert. Wertvolle Metalle wie Gold, Silber und Kupfer können daraus wiedergewonnen werden. Allerdings kommen im Elektroschrott auch gefährliche Materialien wie Blei, Quecksilber und Cadmium vor, die fachmännisch entsorgt werden müssen.

Die Polizei teilte mit, dass sie Anklage gegen drei Recycling- und Abfallverwertungsunternehmen in Thailand erhoben habe. Verstöße gegen Import- und Recyclingverordnungen können mit bis zu 10 Jahren Gefängnis bestraft werden.

„Die Unternehmen, gegen die wir Anklage erheben, haben keine Genehmigung, um selbst Elektroschrott zu importieren“, sagte Wirachai.

China hat letztes Jahr ein Verbot gegen den Import von Übersee-Müll verhängt und der Welthandelsorganisation (WTO) mitgeteilt, dass davon 24 Kategorien von ausländischen Abfällen betroffen seien. Das könnte dazu führen, dass die Abfälle eben in den Nachbarländern landen.

Das chinesische Importverbot hat die Lieferkette der Abfallwirtschaft weltweit ins Wanken gebracht und massive Müllberge in Asien und Europa verursacht, da die Exporteure Schwierigkeiten hatten, neue Käufer zu finden.

Nach Schätzungen der chinesischen Staatsmedien gingen im Jahr 2016 mehr als 70 Prozent der weltweit 500 Millionen Tonnen Elektroschrott nach China.

Umweltschützer bestätigen, dass Abfälle, die ursprünglich für China bestimmt sind, nun nach Südostasien umgeleitet werden. Neue Gesetze seien erforderlich oder bestehende Gesetze müssten besser durchgesetzt werden, um illegale Importe zu verhindern.

„Insbesondere nach Chinas Verbot könnte Thailand zu einer der größten Mülldeponien für Elektroschrott werden“, warnte Penchom Saetang, Direktor von Ecological Alert and Recovery Thailand (EARTH).

Thailand ratifizierte 1997 das Basler Übereinkommen, welches die grenzüberschreitende Verbringung gefährlicher Abfälle regeln soll. Die Konvention verbietet diese Ausfuhren von stärker entwickelten zu weniger entwickelten Ländern jedoch nicht vollständig.

„Die Basler Konvention kann nicht verhindern, was derzeit in Thailand passiert, weil es zu viele Schlupflöcher gibt“, sagte Penchon und forderte einen Änderungsantrag, der diese Lieferungen verbieten würde.

Der thailändische Premierminister Prayuth Chan-Ocha hat angekündigt, dass im Rahmen eines Plans zur Bekämpfung illegaler Elektroschrottimporte landesweite Inspektionen verstärkt würden. Aber Umweltschützer sind skeptisch und sagen, sie könnten nicht nachvollziehen, wie das funktionieren soll.

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Read 1430 times Last modified on Donnerstag, 31 Mai 2018 16:34

1 comment

  • Bottletom
    Comment Link posted by Bottletom
    Montag, 04 Juni 2018 11:28

    China ist Hersteller von Elektronik. Also zurück damit.

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