Ein Stück Heimat: König Fußball in Thailand

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Published in Sonstiges & Lifestyle
Montag, 07 Oktober 2019 15:32
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Den Traum vom Auswandern verfolgen viele Deutsche. Besonders der sonnige Süden lockt mit günstigen Lebenshaltungskosten, besserem Wetter und dem Entdecken von neuen Kulturen. Wer Europa verlassen will, den zieht es nach Thailand. Mehr als 14.000 Deutsche wechselten zwischen 2005 und 2014 ihren Wohnort, allein 2018 wanderten mehr als 1.800 Menschen in das Land des Lächelns aus. Aber wird die deutsche Kultur wirklich in der Heimat gelassen? König Fußball regiert auch zwischen Vietnam und Kambodscha.

Die Lust am Auswandern ist groß. Der Trend des Länderwechsels besteht nach wie vor und lockt mit neuen Jobs oder besseren Bezahlungen. Gründe für die Auswanderungen können auch privater Natur sein, die für einen Neustart sprechen. Tatsache ist, wer auswandert, will sich verändern. Allerdings gibt es einige Traditionen und Gepflogenheiten aus Deutschland, die selbst der größte Kritiker nicht missen möchte.

Die Sehnsucht nach König Fußball spielt in diesem Fall die größte Rolle. Die heimische Nationalmannschaft nicht mehr kicken zu sehen oder das entscheidende DB-Pokal-Spiel verpassen, ist für viele Deutsche der Alptraum schlechthin. In Thailand muss in dieser Hinsicht keine Panik verbreitet werden. Dank Streamingoptionen kann auch am Strand der Lieblingsverein weiter im Blick behalten werden. Zusätzlich entwickelt sich auch eine eigene Fußballkultur, die als Alternative einen Blick lohnt. 

Historische Spiele

Obwohl der Fußball in Thailand nicht vergleichbar mit dem Hype in Deutschland ist, hat das runde Leder bereits mehr als 1.000 Jahre Bestandszeit hinter sich. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde der erste inländische Fußballverband gegründet und 1925 in den Weltfußballverband FIFA aufgenommen. Während sich das Spiel nach und nach entwickelte, dauerte es jedoch 31 weitere Jahre bis, die Nationalmannschaft ihr erstes Spiel vor internationalem Publikum spielen durfte.

Im Rahmen der Olympischen Spiele 1956 lief die Mannschaft auf. Ihr damaliger Gegner war die britische Mannschaft. Eine Glanzleistung war das Premierenspiel der Thais allerdings keineswegs. Mit haushohen 0 : 9 sahnten die Briten ab und ließen die Thailänder im Regen stehen. Ein hartes Urteil für die junge Mannschaft. Doch dem Ehrgeiz hat diese Niederlage keinen Abbruch getan.

Wettbewerbslage im In- und Ausland

Wie auch in Deutschland, gibt es mehrere Wettbewerbe und Spiele auf unterschiedlichen Ebenen, auf denen sich die Mannschaften präsentieren können. Die Liga, die die Vereinstabelle auf nationaler Ebene regelt, lautet zum einen Thai Premier League und zum anderen Thai Division One. Interessant ist hierbei, dass in der erstgenannten Liga zu einem Großteil Firmenvereinen vertreten sind. Konzerne unterschiedlicher Art stellen ihr eigenes Team parat, dass teilweise aus Mitarbeitern und Firmenangehörigen besteht. Buriram United ist nicht nur der Verein eines nationalen Stromkonzerns, sondern auch amtierender Champion und aktueller Rekordhalter mit sieben Siegen. Insgesamt umfasst die Thai Premier League 16 Mannschaften.

In der Thai Divison One sind derzeit 20 Mannschaften aktiv. Während sich die Premier League auf die großen Zentren beschränkt, vereinen sich in der Division One kleinere Vereine aus dem Umland. Im Vergleich zu Deutschland würde man in dem Fall von der 2. Bundesliga sprechen.  

Die Asiatische Champions League regelt den länderübergreifenden Wettbewerb im Raum Asien-Australien. 2016 konnte Buriram United den Titel für Thailand nach Hause tragen, im weltweiten Vergleich der Weltmeisterschaft konnten die thailändischen Spieler dagegen noch nicht glänzen.

Deutsche Spieler in Thailand

Das Interesse am Fußball ist im asiatischen Raum demnach sehr groß. Der Glaube an die eigenen Mannschaften ist groß. Teilweise lassen sich auf ausgewählte Teams Fußballwetten auf William Hill abschließen, die den Reiz am Sieg maximieren. Public Viewing-Events sind zwar weniger vertreten und beschränken sich auf kleine Bars oder Kneipen, doch die Lust am Mitfiebern ist präsent. 

Die Kombination aus sportlicher Freude, goldenen Strände und die idyllischen Buchten machen aber nicht nur Fußballfans glücklich, sondern auch deutsche Fußballer selbst. Thailand hat sich zum Ausgangspunkt für eine zweite Karriere entwickelt. Wer sich in den deutschen Ligen nicht mehr behaupten konnte oder dem Erfolgsdruck nicht Stand halten konnte, findet in Thailands Vereinen ein neues Zuhause. Die einheimischen Spieler freut es, denn Zuwachs aus der Fußballnation zu bekommen, ist wie ein Sechser im Lotto.

Der ehemalige VfB Oldenburg-Spieler Mustafa Azadzoy wechselte im Februar 2018 in Thailands erste Liga und ist seither bei Chiangrai United beheimatet. Insgesamt zwei Jahre läuft sein aktueller Vertrag und eine Verlängerung scheint nicht ausgeschlossen. In Deutschland konnte Azadzoy den Ansprüchen seines Oldenburger Vereines nicht mehr gerecht werden. Die Entscheidung, in Thailand sein Glück zu suchen, stellte sich als beste Alternative heraus. Die Niveaus im thailändischen Fußball sind niedriger, aber nicht schlechter. Diese feine Linie muss gezogen werden!

Ähnlich erging es auch Björn Lindemann. Seine Karriere in Deutschland war 2012 durch Fehlverhalten, unregelmäßiges Training und inkonsequente Leistung ins Stocken geraten. Vorzeitige Vertragsauflösungen und ausbleibende Angebote brachten Lindemann dazu, nach Thailand zu gehen. Bis zur Saison 2015 spielte er für den Aufsteiger FC Nakhon Ratchasima und wechselte anschließend zum Sisaket FC. Die Sehnsucht nach Deutschland wurde jedoch größer und er kehrte zurück. Ein Fehler? Vielleicht. Denn aktuell ist das umstrittene Talent Lindemann vereinslos.

Knig Fuball in Thailand 3

Mehr Nähe zu den Fans

Die Bedeutung von Fußball hat noch nicht die Ausmaße erreicht, wie sie in Deutschland vorzufinden ist. In einem Punkt hat Thailand jedoch die Nase vorn: Nach einem Spiel ist es Tradition, dass die Fans den Rasen des Stadions stürmen dürfen. Dann gilt es, das Trikot seines Lieblingsspielers zu erbeuten. In Deutschland ein Ding der Unmöglichkeit aufgrund zahlreicher Sicherheitsbestimmungen. Auch ist die Nähe zu den Fans in Deutschland eher kühl und distanziert. Der überhebliche Superstar-Status hat mit dem Ansehen einiger Bundesliga- oder Nationalmannschaftsspieler zugenommen, was an den Sympathiepunkten kratzt. Thailand sieht Fußball dagegen noch als, was der Sport ursprünglich einmal war: Freizeitspaß mit großen Ambitionen. 

Fotoquelle: Pixabay

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