Selbstmorde nehmen aufgrund der Pandemie zu

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Published in Bangkok
Montag, 19 Juli 2021 17:24

Bangkok - Es ist schwer zu begreifen, mit welchen Auswirkungen Thailand zu kämpfen hat. Aber mit dem Zusammenbruch unseres Gesundheitssystems und der dritten Welle des Coronavirus, die derzeit das Land verwüstet, scheint es noch schlimmer zu werden.

Es trifft die Schwächsten des Landes am stärksten und treibt sie in wirtschaftliche Not und Verzweiflung mit steigenden Selbstmordraten.

Überall erleben Thailänder zum ersten Mal in ihrem Leben Dinge, die sie noch nie zuvor erlebt haben. Menschen auf der Straße, obdachlos, arbeitslos und bitten um Essen. Eine ältere Frau, die im strömenden Regen auf dem Bürgersteig sitzt, schluchzt, während sie den Tod ihrer Mutter durch Covid-19 betrauert und einen ganzen Tag darauf wartet, getestet zu werden.

Ein niedergeschlagener Taxifahrer mittleren Alters, allein in seinem Auto, weinend, weil er nach einem ganzen Tag gerade genug verdient hatte, um Benzin zu kaufen. Die Jugend des Landes, der ihre Kindheit entrissen wird, riskiert ihr Leben, um für Demokratie und ihre Zukunft zu protestieren.

„Ein Begriff, der in letzter Zeit aufgetaucht, ist Pandemic Fatigue“, sagte Amonthep ‚Sanju‘ Sachamuneewongse, ein Arzt für psychische Gesundheit und Gründer von SATI App, einem Peer-Support-Netzwerk und einer Anwendung für psychische Gesundheitsdienste mit Sitz in Thailand.

„Menschen können das Leben nicht mehr so ​​leben wie früher. Sie fühlen sich hoffnungslos, müde und ängstlich für die Zukunft. Und manche beenden ihr Leben.“

Während im Jahr 2020 insgesamt rund 700.000 Menschen die Hotline für psychische Gesundheit (1323) wegen Notfällen im Zusammenhang mit Covid-19 anriefen, riefen nach Angaben des Ministeriums für psychische Gesundheit allein im Januar 2021 über 180.000 an.

Und das, bevor die dritte Welle in Gang kam.

Auch die Suizidrate in Thailand war 2020 die höchste seit 18 Jahren. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums gab es zwischen Oktober 2019 und September 2020 insgesamt über 5.086 Selbstmorde.

„Das bedeutet, dass sie auf 7,35 pro 100.000 Einwohner gestiegen ist“, sagte Amornthep.

Dies bedeutet, dass in Thailand alle 10 Minuten mindestens eine Person einen Selbstmordversuch unternimmt. Noch schockierender ist, dass diese Zahlen möglicherweise nicht vollständig gemeldet werden.

Keine Ressourcen

Das Problem ist, dass Thailand psychische Gesundheit kaum als echtes Problem und Zustand anerkennt. Daten und Statistiken zu psychischen Gesundheitsproblemen und Selbstmordraten im Land sind immer noch rar und bestenfalls ungenau, da das Gesundheitssystem nicht ausgestattet und personell unterbesetzt ist, um das Problem zu bewältigen.

Statistiken der Weltgesundheitsorganisation (WHO) aus dem Jahr 2017 zeigen auch, dass die thailändische Regierung nur 0,30 Prozent ihrer gesamten Gesundheitsausgaben für psychische Probleme ausgibt.

Und während es derzeit Psychologen gibt, die unter dem Gewicht der Pandemie leiden, arbeiten die meisten von ihnen in Bangkok.

„Man muss entweder viel Zeit damit verbringen, sie zu sehen, oder man muss nach Bangkok kommen“, sagte Amornthep.

Investieren Sie in die psychische Gesundheit, investieren Sie in die Zukunft des Landes

Laut einem bereits 2018 von der Lancet-Kommission veröffentlichten Bericht könnte der Anstieg psychischer Störungen in jedem Land der Welt, wenn er nicht richtig und kollektiv angegangen wird, die Weltwirtschaft bis 2030 bis zu 16 Billionen US-Dollar kosten.

„Wir müssen unsere Investitionen in die psychische Gesundheitsversorgung wirklich erhöhen“, fügte Amornthep hinzu. "Oder es wird große Auswirkungen auf unsere Wirtschaft haben."

"Mit jedem Dollar, der in die psychische Gesundheit investiert wird, erhalten Organisationen das Vierfache zurück."

Telefonnummern von Organisationen für psychische Gesundheit

Die Samariter von Thailand Bangkok:

Tel: (02) 713 6793 (Thai) 12:00 bis 22:00 Uhr/Tag, 7 Tage die Woche

Tel: (02) 713-6791 (deutscher Rückrufservice innerhalb von 24 Stunden) 24 Stunden/Tag, 7 Tage/Woche

Chiang Mai:

Tel: (053) 225-977/8 (Thai) 19:00 – 22:00 Uhr (Mo, Di, Do, Sa)

Hotline des Department of Mental Health: 1323 (Thai)

Oder laden Sie die Anwendung für On-Demand-Listening-Dienste herunter:

SATI-App

E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

LINE: @satiapp

Quelle: Thai Enquirer

Read 1703 times Last modified on Montag, 19 Juli 2021 17:35

3 comments

  • AOL
    Comment Link posted by AOL
    Mittwoch, 21 Juli 2021 09:01

    Es waren keine "5.086 Selbstmorde im Zusammenhang mit Covid-19". Das war die Gesamtzahl aller Selbstmorde. Wieviele davon möglicherweise auf die Covid-Bedingungen zurückzuführen sind, ergäbe sich über den Vergleich der Zahlen der letzten Jahre. Wenn der Author jene notiert hätte ...

  • Tan
    Comment Link posted by Tan
    Mittwoch, 21 Juli 2021 04:04

    Wo ist mein Kommentar geblieben?
    Zensur??
    Das war doch vor einem Jahr(1.LOCKDOWN incl.1 Mon. Alkverbot) vorherzusehen, dass es mehr Selbstmorde geben wird, als Covid Tote!!
    Logisches Denken, wenn jemand die Grundlage entzogen wird!!
    Dann regiert das Kopfkino... Bis zum Tod...

  • Hansruedi Bütler
    Comment Link posted by Hansruedi Bütler
    Dienstag, 20 Juli 2021 18:52

    5.086 Selbstmorde im Zusammenhang mit Covid-19.
    3.502 Tote mit oder an Covid-19!!!
    Fällt irgendjemanden etwas auf???
    Alles im "grünen Bereich" und absolut kein Grund auch nur das Geringste zu ändern!!!

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