Die Freiheit, sich zu bewegen: Wie Bangkok seine Gehwege verbessert

Die Freiheit, sich zu bewegen: Wie Bangkok seine Gehwege verbessert

Bangkok ist fest entschlossen, sich in eine fußgänger­fre­undlichere und gesün­dere Stadt zu ver­wan­deln. Die Stadtver­wal­tung und Experten set­zen ihre laufend­en Bemühun­gen zur Verbesserung der Bürg­er­steige und der dazuge­höri­gen Infra­struk­tur fort.

Wis­sanu Sap­som­pol, stel­lvertre­tender Gou­verneur von Bangkok, eröffnete das jüng­ste Good­walk Forum Thai­land 2023 mit ein­er Präsen­ta­tion über die strate­gis­chen Ini­tia­tiv­en, die Bangkok zu ein­er fußgänger­fre­undlichen Stadt machen sollen. Dieses Forum markierte das zehn­jährige Beste­hen des Good­walk Thai­land-Pro­jek­ts, das vom Urban Design and Devel­op­ment Cen­ter (UDDC) ini­ti­iert wurde.

In Anerken­nung der Bedürfnisse der Stadt­be­wohn­er hat die Ver­wal­tung von Gou­verneur Chad­chart Sit­tipunt der Ren­ovierung von Gehwe­gen Pri­or­ität eingeräumt. Bürg­er­steige spie­len eine wichtige Rolle bei der Verbesserung der Mobil­ität in der Stadt und machen es für Pendler ein­fach­er und effizien­ter, von A nach B zu gelangen.

Die beliebte Traffy Fondue”-App der Stadtver­wal­tung, die vor etwa 18 Monat­en einge­führt wurde, hat über 337.000 Beschw­er­den erhal­ten, von denen sich etwa 10 Prozent auf Prob­leme mit Gehwe­gen bezo­gen. Die App dient den Bürg­ern als Online-Plat­tform, um Prob­leme oder Män­gel in der städtis­chen Infra­struk­tur oder Ver­wal­tung zu melden.

Trotz der Pläne, das städtis­che Schienen­netz bis 2028 auf mehr als 450 Kilo­me­ter in Bangkok und Umge­bung zu erweit­ern, bleibt die erste und let­zte Meile die größte Her­aus­forderung, so Wis­sanu. Um die Mobil­ität zu verbessern, müssen die Bürg­er­steige nicht nur in gutem Zus­tand sein, son­dern auch allen Fußgängern und Roll­stuhlfahrern gerecht werden.

Um die erste und let­zte Meile für Pendler bess­er bege­hbar und zugänglich zu machen, hat die Bangkok Met­ro­pol­i­tan Admin­is­tra­tion (BMA) mehrere Lösun­gen entwick­elt. Dazu gehören über­dachte Gehwege, erhöhte Gehwege und die Ausweisung der linken Fahrspur kleiner­er Straßen ohne Bürg­er­steige als bege­hbare Wege.

Darüber hin­aus hat das BMA in Zusam­me­nar­beit mit frei­willi­gen Marathon­läufern 50 poten­zielle Streck­en mit ein­er Gesamtlänge von 500 Kilo­me­tern für die Stadtver­wal­tung unter­sucht, um die Bürg­er­steige zu verbessern. Derzeit sind vier Streck­en mit ein­er Länge von 40 km, darunter eine in der Alt­stadt, verbessert wor­den. Wis­sanu stellte fest, dass diese Streck­en, wenn sie für Marathon­läufer geeignet sind, auch für Fußgänger prak­tisch sein sollten.

Die derzeit­ige Regierung hat sich zum Ziel geset­zt, bis 2026 in der gesamten Haupt­stadt 1.000 Kilo­me­ter Gehwege zu verbessern, und hat bere­its etwa die Hälfte dieses Ziels erreicht.

Assis­ten­zpro­fes­sor Nira­mon Serisakul, der Direk­tor des UDDC, der das Pro­jekt Good­walk Thai­land ini­ti­iert hat, betonte die Bedeu­tung der Stadt­pla­nung für das Wohlbefind­en der Ein­wohn­er. Eine schlechte Infra­struk­tur, wie z. B. unprak­tis­che Bürg­er­steige, hat die Ein­wohn­er davon abge­hal­ten, zu Fuß zu gehen, und sie dazu ver­an­lasst, auf alter­na­tive Verkehrsmit­tel wie Autos oder Motor­rad­taxis umzusteigen.

Thai­land entwick­elt sich zu ein­er altern­den Gesellschaft, was unweiger­lich zu ein­er Zunahme von Roll­stuhlfahrern und Per­so­n­en mit Mobil­ität­sprob­le­men führen wird. Daher ist die Schaf­fung fußgänger­fre­undlich­er und prak­tis­ch­er Bürg­er­steige unerlässlich.

Nira­mon wies auf die pos­i­tiv­en Auswirkun­gen hin, die sich ergeben, wenn man in ein­er Stadt Fußgängern Vor­rang vor Autos ein­räumt. Dies verbessert nicht nur die Gesund­heit der Ein­wohn­er, son­dern kurbelt auch die lokale Wirtschaft an. Im Gegen­satz zu Aut­o­fahrern, die sich nor­maler­weise direkt von Punkt A nach Punkt B, erkun­den Fußgänger eher kleinere Gassen, ver­brin­gen Zeit in lokalen Geschäften und kom­men mit anderen ins Gespräch.

Je weniger Verkehr, desto mehr Men­schen gehen zu Fuß, und desto fre­undlich­er wird die Stadt”, so Niramon.

Bei ein­er weit­eren Ver­anstal­tung, die am sel­ben Tag stat­tfand, ver­brachte Gou­verneur Chad­chart Sut­tipunt den Nach­mit­tag in einem Roll­stuhl und erkun­dete zusam­men mit den Roll­stuhlfahrern Man­it Intara­pim und Krisana Lalai die Stadt­teile Bangna und Lasalle. Sie set­zen sich aktiv für bar­ri­ere­freie Bürg­er­steige für alle ein. Mit diesem Exper­i­ment sollte sichergestellt wer­den, dass die Bürg­er­steige in Bangkok tat­säch­lich für alle zugänglich sind.

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