NACC macht Polizei für Flucht des Red-Bull-Erben verantwortlich

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Published in Bangkok
Freitag, 26 Juni 2020 14:23

Bangkok - Die Nationale Antikorruptionskommission hat die Polizei wegen Pflichtverletzung in ihrem nachsichtigen Umgang mit dem tödlichen Fall gegen den flüchtigen Red-Bull-Erben Vorayuth Yoovidhya für schuldig befunden.

Vorayuth, der bei öffentlichen Sportveranstaltungen und anderswo in Übersee gesehen wurde, wird beschuldigt, am Steuer gesessen zu haben, als sein Ferrari am frühen Morgen des 3. September 2012 auf der Sukhumvit Road in Bangkok einen Motorradpolizisten traf und tötete.

Eine NACC-Untersuchung ergab die Absicht, den inzwischen 35-jährigen Vorayuth von der Strafverfolgung wegen Drogenmissbrauchs und Geschwindigkeitsüberschreitung auszunehmen. Die forensische Polizei kam zu dem Schluss, dass er mit 177 Stundenkilometern fuhr.

Die Kommission stellte fest, dass Pol Oberstleutnant Wiradol Thabthimdee, Chefverhörbeamter der Polizeistation Thong Lor, fahrlässig gehandelt hatte, und machte ihn für seine Verstöße verantwortlich - eine leichte Disziplinarstrafe.

Da es nicht gelungen war, einen Haftbefehl gegen Herrn Vorayuth zu erwirken, entschied die NACC, dass es sich um eine leichte Disziplinarverletzung seitens Pol Lt Col Wiradol, Pol Col Chumphol Phumphuang, ehemaliger Chef der Polizeistation Thong Lor, und der Vernehmer der Station handelte.

Die NACC stellte auch leichte Disziplinarverstöße von Pol Maj Gen Krit Piakaew, dem ehemaligen Kommandeur der Metropolitan Police Division 5, und dem ehemaligen stellvertretenden Kommandanten der Division Pol Col Sukhun Phrommai und Pol Col Tramet Uthai fest, weil sie keine gründliche Untersuchung und Befragung in der Abteilung garantierten.

Die NACC wird seine Ergebnisse an die Vorgesetzten der Beamten senden, die über Disziplinarmaßnahmen entscheiden werden.

Der damals 27-jährige Vorayuth wird beschuldigt, seinen schwarzen Ferrari gefahren zu haben, als er mit hoher Geschwindigkeit auf das Heck eines Polizistenmotorrads traf und seinen Körper entlang der Sukhumvit Road mitschleppte, bevor er davon raste. Das Opfer war Pol Sgt Maj Wichian Klanprasert (47), der auf der Polizeiwache von Thong Lor stationiert war.

Vorayuth hat die Anhörung der Anklage sieben Mal verschoben. Erst am 27. April 2017 wurde er schließlich von der Staatsanwaltschaft wegen rücksichtslosen Fahrens angeklagt.

Er floh zwei Tage vor seiner Anklage mit einem Privatflugzeug.

Die Anklage wegen der Geschwindigkeitsüberschreitung wurde später fallen gelassen, als die einjährige Verjährungsfrist ablief. Eine zweite Anklage, weil er einem Unfallopfer nicht half, lief am 3. September 2017 aus.

Die dritte und schwerwiegendste Anklage, rücksichtsloses Fahren, das zum Tode führte, bleibt bis 2027 in den Büchern.

Vorayuth, dessen Spitzname Boss ist, ist der Sohn von Chalerm Yoovidhya, dessen Familie das Energy-Drink-Megabrand Red Bull besitzt und mit einem geschätzten Nettowert von 20 Milliarden US-Dollar (ca. 617 Milliarden Baht) auf der Liste der reichsten Leute Thailands an zweiter Stelle steht.

Quelle: Bangkok Post

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4 comments

  • Helmut
    Comment Link posted by Helmut
    Samstag, 27 Juni 2020 12:52

    Eine leichte Disziplinarstrafe, klar Money talks, aber das war ein Kollege, der getoetet wurde, zaehlt das nichts? Thonglor Polizei ist durch und durch "fahrlaessig".....wenn der Betrag stimmt!

  • sabai-sabai
    Comment Link posted by sabai-sabai
    Samstag, 27 Juni 2020 12:15

    Die Redaktion hätte zu diesem Artikel noch hinzufügen können, dass die Familie des Opfers innerhalb kürzester Zeit 2.000.000,-THB von der Familie des Ferrarifahrers erhalten hat.

    Tönt wie "sich freikaufen", ist aber für die Familie sicher die bessere Lösung als eine Gefängnisstrafe für den Ferrarifahrer, und danach ein jahrelanger Schadensersatzprozess.

  • romano schwabel
    Comment Link posted by romano schwabel
    Samstag, 27 Juni 2020 11:05

    so so, also nur eine leichte disziplinarverletzung. lachhaft das ganze. mit wie viel baht hat denn die red bull familie denn nun alle beteiligten geschmiert?
    und ein farang der in thailand sein visum überzogen hat wird verhaftet und ausgewiesen.
    nichts steht hier mehr in einem richtigen verhältnis zueinander. leider bürgert sich diese unsitte der unverhältnismäßigkeit weltweit ein mittlerweile

  • Micky
    Comment Link posted by Micky
    Freitag, 26 Juni 2020 14:44

    Ist doch in Thailand ganz normal, wie in solchen Fällen vorgegangen wird.
    Ist die Familie von dem getöteten Polizisten, wenigstens "lebenslang" mit Energie - Drinks entschädigt worden?

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