Angesichts des starken Baht plant Thailand die Regeln für Kapitalabflüsse zu lockern

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Published in Bangkok
Samstag, 05 Oktober 2019 10:02

Bangkok - Angesichts eines starken Baht, der in diesem Jahr Asiens Währung mit der besten Wertentwicklung war, werde Thailand die Regeln für Kapitalabflüsse vor Jahresende weiter lockern, teilte der Zentralbankbeamte am Freitag mit.

Veerathai Santiprabhob sagte Reuters in einem Interview, dass er die Geldpolitik derzeit für angemessen hält, die Bank jedoch bereit ist, erforderlichenfalls Maßnahmen zu ergreifen - und dass sie alle weiteren globalen Schocks im Auge behält.

Das geldpolitische Komitee der Bank of Thailand (BOT) stagnierte letzte Woche nach einer Senkung der Leitzinsen im August, stufte jedoch seine Wachstumsaussichten für 2019 angesichts gestiegener globaler Risiken und eines starken Baht (THB) herab.

„Für die aktuellen Projektionen halte ich den aktuellen Leitzins für akkommodierend“, sagte Veerathai.

„Aber wenn wir uns ansehen, was wir über die wirtschaftliche Verschlechterung hinaus prognostiziert haben, sind wir bereit, unsere Geldpolitik zu überprüfen.“

„Wenn sich die weltwirtschaftliche Lage weiter verschlechtert, wäre dies einer der Hauptfaktoren. Ich denke, das ist der größte Faktor.“

Risiken für die finanzielle Stabilität seien nach wie vor ein Problem für den politischen Ausschuss, sagte er.

„Wenn die Zinssätze lange Zeit niedrig waren, hat dies einen gewissen Einfluss auf die Hebelwirkung der gesamten Wirtschaft ... Wir müssen uns auch dieser Auswirkungen auf die Finanzstabilität bewusst sein.“

Die hohe Verschuldung der privaten Haushalte - Ende Juni waren es 78,7% des BIP - sei „nicht gesund“, sagte Veerathai und hoffte, dass der Trend nachlassen werde.

Die jüngsten staatlichen Anreizmaßnahmen seien hilfreich, und es würden weitere erwartet, sagte Veerathai. Er lehnte es ab, genaue Angaben zu machen, was er erwartete, sagte aber, es gehe nicht nur darum, Geld auszugeben.

Am 25. September behielt der BOT seinen Leitzins (THCBIR) unverändert bei 1,50% - nur einen Viertelpunkt über dem Rekordtief.

Das für 2019 prognostizierte Wirtschaftswachstum wurde jedoch von 3,3% auf 2,8% gesenkt - das wäre der niedrigste Wert seit 2014 - und es wurden sinkende Exporte prognostiziert. Das Wachstum im letzten Jahr betrug 4,1%.

Von April bis Juni wuchs Südostasiens zweitgrößte Volkswirtschaft um nur 2,3%, das schwächste Tempo seit fast fünf Jahren.

Die Zinssenkung hat die Stärke des Baht kaum gebremst. Angesichts der geringen Inflation und des schwachen Wachstums rechnen einige Analysten im Laufe dieses Jahres mit weiteren Zinssenkungen.

„Die Zentralbank wird die Bewegung des Baht genau überwachen und ist bereit, unerwünschte Zuflüsse zu verbreiten, um sicherzustellen, dass die Bewegung des Baht nicht die Wirtschaft schädigt“, sagte Veerathai.

Noch vor Jahresende wird die Zentralbank weitere Liberalisierungskapitalabflüsse bekannt geben, um thailändischen Investoren zu helfen, im Ausland zu investieren, um die Zu- und Abflüsse besser auszugleichen.

Dies werde eine „erhebliche Erhöhung“ der Obergrenzen bedeuten, die es Anlegern ermöglichen, in Investmentfonds im Ausland zu investieren, und die Grenze, die es thailändischen Anlegern ermöglicht, direkt im Ausland zu investieren, werde ebenfalls steigen.

Es werde Maßnahmen geben, die es den Exporteuren ermöglichen, ausländische Währungen flexibler im Ausland zu halten, anstatt sie nach Thailand zurückzubringen.

Der Baht ist in diesem Jahr die Währung mit der besten Wertentwicklung in Asien und legte gegenüber dem Dollar um rund 7% zu, was die exportgetriebene Wirtschaft Thailands weiter unter Druck setzte.

Veerathai sagte, er habe nicht mit einer negativen Gesamtinflation gerechnet und sollte nächstes Jahr zum Ziel der Zentralbank von 1 bis 4% zurückkehren.

Die Zentralbank werde Ende des Jahres entscheiden, ob sie eine Obergrenze für die Schuldendienstquote benötige, sagte er.

Quelle: Reuters

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2 comments

  • Martin1
    Comment Link posted by Martin1
    Montag, 14 Oktober 2019 22:43

    Zu "Von April bis Juni wuchs Südostasiens zweitgrößte Volkswirtschaft um nur 2,3%, das schwächste Tempo seit fast fünf Jahren.":

    Wieder typisch Thai, dieses Herumeiern, Gesicht wahren, und Dige nicht beim Namen nennen.

    Erst stellt man hohe Hürden auf für ausl. Investitionen, dann wird gejammert, dass die Wirtschaft nicht wächst.
    Und Schuld sind wie immer die "Falangs".
    Wieviel Kapital braucht man, um eine thail. Firma zu gründen? Wie viele Thais muss diese einstellen, damit einem (!) Ausländer eine Arbeitserlaubnis gewährt wird?
    Und wem gehört diese Firma dann zur Mehrheit?

    Nee, nee, nee... So wird das nichts! Vietnam lacht sich ins Fäustchen! Deren Regeln für ausl. Investoren sind entschäft, und deren Wirtschaft wächst deutlich besser als Thailands.

    Und: In Thailand ist das BIP stark vom (Leistungs-)Export abhängig, konkret vom Tourismus.
    Den Touristen macht man es aber nicht gerade leicht,in Thailand Urlaub zu machen. Zudem können sich Viele Thailand auch gar nciht mehr leisten.
    Beispiel: ein THB/EUR-Wechselkurs von 32 (im Vergleich zu vorher 1:40) ist eine Verteuerung um 20 %!!!
    Das spüren auch deutsche Rentner in Thailand.

  • Hansruedi Bütler
    Comment Link posted by Hansruedi Bütler
    Samstag, 05 Oktober 2019 20:15

    Veerathai hoffte, dass der Trend nachlassen werde. Hoffen darf man immer und erst recht, wenn man es ablehnt, genaue Angaben zu machen, was er erwartete oder was im Detail dringend getan werden müsste.

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