Obligatorische Krankenversicherung wird im Juli in Kraft treten

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Published in Bangkok
Donnerstag, 16 Mai 2019 15:20

Bangkok - Ausländer ab 50 Jahren, die mit einem Langzeitvisum in Thailand leben, müssen voraussichtlich ab Juli eine Krankenversicherung abschließen. Die Behörden arbeiten zur Zeit Richtlinien zur Durchsetzung der neuen Vorschriften aus.

Die neue Verordnung, die im vergangenen Monat vom Kabinett genehmigt wurde, schreibt vor, dass Expats mit dem OA-Visum für Langzeitaufenthalte, die keine Einwanderer sind, eine Krankenversicherung mit 40.000 Baht für ambulante Behandlungen und 400.000 Baht für stationäre Behandlungen haben müssen. (Wochenblitz berichtete)

Die Anforderung wurde eingeführt, weil ausländische Expats seit 2016 unbezahlte Arztrechnungen in Höhe von mehr als 300 Mio. Baht angehäuft haben.

„Wir werden die Einwanderungsbehörde, das Außenministerium und die Versicherungsabteilung nächste Woche um zusätzliche Einzelheiten und Umsetzungsrichtlinien bitten“, sagte Saowapa Jongkittipong, Leiterin der Abteilung für internationale Gesundheit des Gesundheitsdienstes.

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Sie sagte,  sobald die Regel umgesetzt ist, Antragsteller für das Nicht-Einwanderer-O-A-Visum, das für ein Jahr ab dem Ausstellungsdatum gültig ist, eine Krankenversicherung abschließen müssten.

„Derzeitige Inhaber dieses Visums müssen einen Nachweis über ihre Krankenversicherung für die Erneuerung des Visums vorlegen“, sagte sie.

Laut Saowapa sei dieses Erfordernis notwendig, weil die medizinische Behandlung vieler älterer, langjähriger Ausländer die Staatskasse schwer belastet hat.

Im vergangenen Jahr wurden 305 Millionen Baht an unbezahlten Arztrechnungen von Ausländern verbucht. Ausländer im Jahr 2017 hinterließen 346 Mio. Baht unbezahlte Arztrechnungen. Nach Anzahl der Arztbesuche kategorisiert, ergab die Statistik, dass etwa ein Fünftel der ausländischen Patienten ihre Rechnungen nicht bezahlt hatte.

Viele unbezahlte Rechnungen

Beispielsweise haben Ausländer im vergangenen Jahr 3,42 Millionen Mal einen Arzt aufgesucht und 680.000 davon nicht bezahlt, während Ausländer im Jahr 2017 3,3 Millionen Mal einen Arzt konsultierten und 565.000 davon nicht bezahlt wurden.

Saowapa sagte, weitere Gespräche zwischen den zuständigen Behörden würden dazu beitragen, festzustellen, welche Krankheiten unter die obligatorische Krankenversicherung fallen würden.

Die Innen- und Außenministerien wurden angewiesen, alle Ausländer über diese neuen Anforderungen zu informieren.

Derzeit benötigen Staatsangehörige von nur 14 Ländern eine Krankenversicherung, wenn sie ein Thai-Visum für fünf Jahre oder länger beantragen.

In der Zwischenzeit hat das Gesundheitsministerium vorgeschlagen, dass Visumantragsteller eine Krankenversicherung bei einem der auf www.longstay.tgia.org aufgeführten Unternehmen abschließen. Das Ministerium hat auch die zuständigen Behörden angewiesen, zu planen, wie im Ausland gekaufte Krankenversicherungspolicen überprüft werden.

Das Problem der Forderungsausfälle von Ausländern besteht seit vielen Jahren.

Anfang des Jahres hatte Dr. Nattawuth Prasertsiripong, Generaldirektor des Gesundheitsdienstes, erklärt, seine Abteilung habe beschlossen, Schadenersatzzentren in den Provinzen Chon Buri, Chiang Mai, Phuket, Phang Nga und Surat Thani einzurichten, um den staatlichen Krankenhäusern zu helfen, die ihnen von Ausländern geschuldeten Beträge einzuziehen. Die Tatsache, dass solche Zentren erforderlich sind, spiegelt die Schwere des Problems wider.

In Anbetracht dessen schlug das Gesundheitsministerium dem Kabinett Anfang letzten Monats vor, Antragsteller, die kein Einwanderungsvisum benötigen, zum Abschluss einer Krankenversicherung zu verpflichten.

In dem Schritt, die Krankenversicherung für Ausländer ab 50 Jahren, die mit einem einjährigen Langzeitvisum in Thailand leben, obligatorisch zu machen, wurden die Schulden von Expats angeführt.

2016
Inhaber von Nichteinwanderungsvisa (O-A): 32 Millionen
Anzahl der medizinischen Besuche von ihnen: 2,6 Millionen
Anzahl der nicht bezahlten Arztrechnungen: 667.000
Anzahl von Expats mit Langzeitaufenthalten, die medizinische Dienste suchen: 71.288
Ausstehende Schulden: 380 Mio. Baht

2017
Inhaber von Nichteinwanderungsvisa (O-A): 35 Millionen
Anzahl der medizinischen Besuche von ihnen: 3,3 Millionen
Anzahl der nicht bezahlten Arztrechnungen: 565.000
Anzahl von Expats mit Langzeitaufenthalten, die medizinische Dienste suchen: 68.696
Ausstehende Schulden: 346 Mio. Baht

2018
Inhaber von Nichteinwanderungsvisa (O-A): 38 Millionen
Anzahl der medizinischen Besuche von ihnen: 3,42 Millionen
Anzahl der nicht bezahlten Arztrechnungen: 680.000
Anzahl der Langzeit-Expats, die medizinische Versorgung suchen: 80.950
Ausstehende Schulden: 305 Mio. Baht

Vorgeschlagene obligatorische Krankenversicherung
40.000 Baht Deckung für die ambulante Behandlung
400.000 Baht Deckung für stationäre Behandlungen

Quelle: The Nation

Read 2690 times Last modified on Donnerstag, 16 Mai 2019 15:45

7 comments

  • Joe
    Comment Link posted by Joe
    Freitag, 17 Mai 2019 14:59

    Da ist ein Übersetzungsfehler.
    Inhaber von Nichteinwanderungsvisa (O-A): 38 Millionen im Jahr 2018

    in der Quelle bei The Nation steht "foreign Visitors", = Ausländische Besucher/Touristen
    nicht Visa O-A Besitzer. Die werden später angegeben mit knap 81.000.

  • Marc
    Comment Link posted by Marc
    Donnerstag, 16 Mai 2019 21:50

    Ist es soooo schwer nachvollziehbar das man eine Kk braucht? Es ist nun mal tatsache das einige hier im Existenzminimum leben und mehr im Alkohol investieren als der Gesundheit.

  • Joe
    Comment Link posted by Joe
    Donnerstag, 16 Mai 2019 21:29

    Ja. Herr Bleckwehl. Vorraussichtlich werden sie betroffen sein.

    38 Mio. Touristen (foreign visitors) gehen 3,42Mio. mal zum Arzt ins Krankenhaus, = 3,42Mio. Rechnungen. Davon werden 680.000 Rechnungen nicht bezahlt! Das ist mehr als jede 5.Rechnung. Das überwiegend in den staatlichen Krankenhäusern! Nicht in den Privaten. .680.000 Rechnungen zum Gesamtbetrag von 305Mio.THB. Das sind durchschnittlich 440THB pro Rechnung! Wenn das jetzt die 81.000 Visa O-A Besitzer sind (wären) dann machen die das 8 mal im Jahr.
    Wie geht denn das?

  • Joe
    Comment Link posted by Joe
    Donnerstag, 16 Mai 2019 17:51

    38Mio. mit Visa OA (ausländische "Rentner") bei 70Mio. Einwohnern.
    und jeder 10. geht 1 mal im Jahr zum Arzt!
    Aber jetzt das aller Beste! 38Mio, x 1900THB Visagebühren sind 72Mrd. THB.

  • Gerhard
    Comment Link posted by Gerhard
    Donnerstag, 16 Mai 2019 16:13

    Um auf der sicheren Seite zu sein, sollte man seine internationale KKV behalten oder eine abschliessen und zusaetzlich eine 40/400000 Basic-Thai KKV , die fast genauso viel kostet und im Schadensfall nichts bringt. Wer so handelt, hat keine Probleme sein Visum zu verlaengern und traegt auch mitbei, dass ausstehende Krankheitskosten aus dem Massentourismus ausgeglichen werden. Je nach Alter ,kostet der Spass dann 500-1000 Euro im Monat. Mit Sicherheit fuer deutsche Rentner Peanuts.

  • Paul Kaminski
    Comment Link posted by Paul Kaminski
    Donnerstag, 16 Mai 2019 11:35

    Gerade die Expats mit ihrer 90-Tage Meldung wären doch sehr einfach zu finden, wenn sie die Rechnung nicht bezahlen. Das Problem sind doch mehr die Touristen, die nicht mal eine billige Reiseversicherung haben, sich dann hier aufs Moped schwingen und in Unfälle geraten. Diese Familien versuchen dann sehr häufig über "go fund me" Geld für die Hospitalrechnungen zu bekommen.

    Vor allem aber: Was wird aus den über 70jährigen, die hier herkamen, um ihren Lebensabend zu verbringen und die niemand mehr versichert? spätestens ab 75 nicht einmal für viel Geld.
    Werden die alle das Land verlassen müssen?
    Das "Retirement-Visum" ist doch eben gerade für die Ruheständler. Also nur von 50-65 Jahren dann?
    Sehr abstrus alles. Und die Statistik ist die unglaubwürdigste, die mir je begegnet ist!

  • Heiko Bleckwehl
    Comment Link posted by Heiko Bleckwehl
    Donnerstag, 16 Mai 2019 10:11

    Wochenblitz-Redaktion,
    bitte am Ball bleiben.

    Meine Aufenthaltserlaubnis läuft bis zum 4.1.2020.

    Das Visum NON -O- wurde ursprünglich im Oktober 2017 in
    Berlin erteilt.

    Werde ich betroffen sein, wenn ich im November wegen Aufenthaltverlängerung vorspreche?

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