Gesundheit - Teil 2

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Published in Als Senior in Thailand
Freitag, 15 November 2019 09:56
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Passen Sie auf Ihre Haut auf

Eine ganz allgemeine Empfehlung für Ihre Gesundheit: Passen Sie auf Ihre Haut auf. Nicht daß sie geklaut werden könnte, aber die Tropen stellen andere, höhere, Anforderungen an Ihre Haut als das Wetter etc. zu Hause. Sonnenschein ist gut, aber zu viel ist dann wiederum schlecht. Wussten Sie, daß bei den Australiern die Rate der Hautkrebs-Erkranken unverhältnismäßig hoch ist? Die sind zu viel in der Sonne. Nutzen Sie Zeiten mit niedriger Intensität, also morgens und abends, um in der Sonne zu sein, etwa beim Sport. Auf die Verfügbarkeit von Sonnenschutzmittel mit hohem SF-Faktor (SonnenschutzFaktor) wurde hier schon hingewiesen, also benutzen Sie diese Lotions und Cremes auch. Ihre Haut wird es Ihnen danken. Und bei den Thais punkten Sie eh mehr mit vornehm-blasser Haut als mit tiefer Bräune.
In den Tropen ist Hygiene wichtiger als in Mitteleuropa, denn die Temperaturen sind höher. Damit wächst „Unkraut“ schneller, aber Sie schwitzen auch schneller, und das ist unangenehm. Noch vor weniger als 100 Jahren badete die deutsche Familie einmal in der Woche, aber hier können Sie ruhig ein paar Mal am Tag duschen. Wobei duschen weniger Wasser verbraucht als ein Bad und damit umweltfreundlicher ist als auch freundlicher zu Ihrem Budget.
Dazu gleich ein Tipp: Sollte in der heißen Jahreszeit das Wasser knapp werden, d. h. die Regierung bittet darum, weniger Wasser zu verbrauchen, dann empfiehlt sich die „Schöpfdusche“. Dabei füllen Sie bei Gelegenheit einen 10 Liter Eimer mit Wasser und lassen den im Bad stehen. Zum Duschen nehmen Sie einen Stieltopf oder etwas Ähnliches und schütten sich das Wasser über den Kopf. Wenn Sie nicht mit dem Wasser spielen, dann reichen 10 Liter zum Nassmachen, Einseifen und Abspülen und Sie werden wohl noch etwas Wasser übrig behalten. Und diese Art erfrischt mehr als mit der Hand-Brause...
Wenn Sie es mit der Hygiene nicht so genau nehmen, dann wird es Ihnen wahrscheinlich bald passieren, daß Sie gerötete Haut oder Pusteln bekommen, meist da, wo es am Körper am feucht-wärmsten ist. Also unter der Achsel, im Schritt oder zwischen den Fußzehen. Wenn Sie etwas fülliger sind, gibt es vielleicht auch Hautfalten, die davon betroffen sind. Dann können Sie „Hallo“ sagen zu entweder Bakterien oder Pilzen, die es sich auf Ihrer Haut gemütlich gemacht haben. Wobei die Unterscheidung ob Bakterien oder Pilze selbst für Ärzte nicht einfach ist. Es gibt aber keine Behandlung gegen beides, und mit einer Breitband-Penicillin Bombe können Sie vielleicht die Bakterien beeindrucken, der Pilz aber registriert nur eine andere Sorte Pilz. Und mit eine Anti-Pilz-Behandlung kommen Sie den Bakterien nicht bei. Es ist also nicht einfach, aber immerhin, eine von beiden Behandlungen ist erfolgreich. Besser ist es da doch, diesen Parasiten so wenig wie möglich Gelegenheit zu geben, bei Ihnen unterzukommen. Ein Bekannter hat mir erzählt, er rät allen Ausländern in Thailand, nur mit festem Schuhwerk vor die Türe zu gehen, damit die Möglichkeit, sich einen Fuß- oder Nagelpilz einzufangen, minimiert wird. Auch da ist was dran.
Und gleich noch ein Tipp: Verkühlen Sie nicht Ihre Nieren. Bei der Hitze hat man oft einen Ventilator laufen oder stellt sich zum Abkühlen in den Luftstrom der Klimaanlage. Für eine Minute oder so ist das auch unproblematisch, aber bei längerem Abkühlen (z.B. wenn Sie auf dem Sofa oder Bett liegen) sollte Sie ihre Nieren bedecken. Ihre Nieren sind empfindlich gegen Kälte, und wenn sie mal Nierenschmerzen hatten, dann wissen Sie, daß das zu den schlimmsten Schmerz-Erfahrungen gehört. In Europa gibt es den Nierengurt für Motorradfahrer ja auch aus gutem Grund.
Ein befreundeter Arzt hat mir Zink-Salbe oder Puder empfohlen, wenn die Haut durch langes Sitzen Irritationen ausgesetzt ist, etwa bei Busfahrten oder im Flugzeug. Schweiß, Wärme und Bewegungsarmut kann da leicht zu Problemen führen. In Thailand gibt es z. B. „Nappy-Hippo (Zinc-Oxide)“ für etwa 1,5 Euro, die ist gedacht für „Hautrötung durch Benutzung von Baby-Windeln“.  Na also, wir und die Creme, da sind wir gleich wieder fünf Jahre jünger, oder?
Bevor Sie sich jetzt aber mit Grausen von der Alternative „Thailand im Lebensabend“ abwenden, sollten Sie bedenken: Ein Pilz- oder Bakterienbefall ist zwar ärgerlich, aber normalerweise nicht gefährlich, sofern Sie ihn behandeln lassen und ansonsten einigermaßen gesund sind. Und zum einen sind nicht alle Bakterien gefährlich und viele davon braucht der Mensch auch zum Leben (etwa im Darm), zum anderen sind Sie auch in Mitteleuropa Pilzsporen und Bakterien ausgesetzt, nur in etwas geringerer Ausmaß. Wenn Sie schon so viele Jahrzehnte erfolgreich zurückgelegt haben, dann werden Sie mit diesem Ärgernis (denn mehr sollte es nie sein) auch spielend fertig werden!

Gesund leben ist in Thailand einfacher

Natürlich können Sie darauf bestehen, nur westliches Essen zu sich zu nehmen, und fast jeder wird morgens ein deutsches Frühstück einer Reissuppe vorziehen. Und ab und zu mal einen deutschen Schweinebraten zu genießen ist ja auch problemlos. Aber die thailändische Küche ist nicht nur weltbekannt, weil sie so gut schmeckt, sie ist auch dem Klima angepaßt. Die meisten Gerichte sind leichter verdaulich und enthalten weniger Fett als die deutsche Küche. Das führt dazu, daß man nicht so schnell zunimmt und der Kreislauf wird auch weniger belastet. Gebratener Reis, Pad Thai (Nudelgericht) oder gebratenes Gemüse über Reis (keine Angst, das ist mit Fleisch) oder Kao Man Gai (Hühnerfleisch auf glänzendem Reis), um nur ein paar Beispiele zu nennen, davon wird man satt, es schmeckt auch noch gut und ist leicht verdaulich.
Wenn Sie dagegen vorziehen, sich von Burgern, Fritten und Pizza zu ernähren, wie es vor allem junge Thais machen - nur weil es „ausländisch“ ist - oder manche Ausländer, weil sie sich nicht an die Thai-Gerichte heranwagen, dann tun Sie das auch weiterhin. Aber vielleicht probieren Sie ja trotzdem ab und zu mal die Thai Küche.
Ein etwas anderes Thema, das aber auch mit Gesundheit zu tun hat: In vielen Orten mit einer größeren Ausländergemeinde gibt es Fitness-Studios, allerdings mit ganz unterschiedlicher Ausstattung und sehr unterschiedlichen Mitglieds-Beiträgen. Vielleicht probieren Sie so eine Fitneß-Studio einfach mal aus, ob es Ihnen zusagt. Aber beachten Sie, daß die meisten Menschen nach einiger Zeit die Lust verlieren, obwohl sie möglicherweise eine langfristige Mitgliedschaft bezahlt haben. Also vielleicht erst mal einen Monat austesten. Immerhin hilft es nicht nur Ihrer Gesundheit, sondern auch, in Ihren Alltag eine gewisse Routine zu bringen.
Aber auch, wenn Sie davon nichts halten, halten Sie sich in Schuß mit ein bisschen körperlichem Training, selbst wenn es „nur“ der tägliche abendliche oder morgendliche Spaziergang ist. Nur meiden Sie die Mittagshitze, etwa zwischen 10 und 16 Uhr. Natürlich können Sie in der Zeit sich draußen aufhalten, nur sollten Sie sich dabei nicht gerade körperlich anstrengen.
Wenn Sie gerne schwimmen, haben Sie in Thailand allerdings keine sehr guten Karten, denn öffentliche Schwimmbäder gibt es nicht so verbreitet, wie man es von Deutschland kennt. Im Kapitel „Sport in Thailand“ weiter hinten in diesem Buch habe ich allerdings eine Internetseite angegeben, die etwa 70 Freibäder in ganz Thailand verzeichnet hat. In Flüssen oder Teichen zu schwimmen halte ich nicht für sehr schlau, denn niemand weiß, was darin herumschwimmt, an Tieren als auch an Dreck. Vielleicht gibt es in der Nähe ein Hotel mit Swimming Pool oder eine Siedlung mit Pool und Sie können mit dem Manager einen Deal machen, daß Sie dort regelmäßig, aber zu reduziertem Eintritt schwimmen können. Fragen Sie einfach mal, denn fragen kostet nichts. Und auch hier gilt: Wenn Sie einen guten Eindruck machen, erreichen Sie mehr.

Pflege und Pflege-Personal

Wie wir bereits gesehen haben, sind Krankenhaus-Aufenthalte und Medikamente in Thailand erheblich günstiger. Das thailändische Essen ist nicht nur gesünder, sondern auch preislich der „internationalen“ Kost (sprich westlichen Gerichten) weit voraus.
Aber dann kommt noch ein Aspekt ins Spiel, der gerade für ältere Menschen einen riesigen Unterschied macht. Pflege ist in Deutschland inzwischen für viele zu teuer, einige behelfen sich mit osteuropäischem Personal, das oft nicht offiziell und angemeldet arbeitet, um die Kosten niedrig zu halten. In Thailand gibt es Pflege zu viel günstigeren Preisen. Das Potential an Pflegepersonal ist schier unerschöpflich. Und die Menschen freuen sich, wenn sie Ihnen helfen können (solange Sie diese Menschen ordentlich behandeln und bezahlen!).
Aber wie immer gibt es ein paar Punkte zu beachten
Erstens das Sprachproblem und zweitens die oft falschen Erwartungen meist männlicher Pflegebedürftiger,- und solcher, die sich als solche ansehen oder ausgeben. Und drittens stellt sich die Frage, was man als Pflege ansieht, das kann von einfacher Massage bis zur professionellen Vollzeit-Krankenpflege reichen.
Für das Sprachproblem sei auf den Abschnitt „Keiner versteht mich“ weiter oben verwiesen, nur ist es manchmal eben doch nicht genug. Weiter unten sind noch ein paar medizinische Ausdrücke, wenn Sie die lernen möchten. Aber letzten Endes führt kein Weg daran vorbei, daß entweder Sie etwas Thai oder das Pflegepersonal etwas Deutsch lernen. In den Touristenzentren gibt es Sprachschulen für beide Sprachen, aber wenn Sie Ihr Personal dorthin schicken, werden Sie auch den Unterricht bezahlen müssen. Wenn Sie Pflege wirklich brauchen, dann ist das Lernen der Sprache ein lohnender Schritt. Wenn Sie Pflege genießen wollen, sollte es Ihnen das wert sein. Und oft gibt es ein paar Brocken allgemeines Englisch, das beide Seiten verstehen. Auf den Punkt gebracht: wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg zum Verstehen.
Und dann sind da die besagten Erwartungen. Wenn Sie wirklich viel Glück haben und (!) hinreichend begütert sind, dann kann aus einem Dienstverhältnis auch mehr werden,- aber damit rechnen sollten Sie auf keinen Fall! Wie viele Fälle kennen Sie, in denen eine junge Sekretärin in Deutschland ihren älteren Chef anhimmelt und dann vielleicht auch noch heiratet? Gibt es,- aber doch nur sehr selten. Genauso ist es hier. Wenn Sie jemanden einstellen, dann ist das zuerst nur ein Arbeitsverhältnis, also Pflege gegen Bezahlung. Und das betrifft natürlich nicht nur Pflegepersonal, sondern alle Arten von Beschäftigung. Das Personal wird versuchen, die Arbeit oder Pflege so gut wie möglich zu machen. Und Freundlichkeit gehört dazu. Aus einem freundlichen Lächeln sollte man aber nicht gleich Zuneigung herauslesen. Wenn Sie aus einem solchen Lächeln ein „Sie (oder er) mag mich wirklich“ zu erkennen glauben, dann werden Sie sich bald nach neuem Personal umsehen dürfen. Und wenn Sie zudringlich werden, kann das sogar die Polizei interessieren (die interessiert alles, solange sie dabei Geld herausschlagen kann). Mehr zu dem Thema „alte Herren und junge Frauen“ finden Sie im Abschnitt Kultur weiter unten in diesem Ratgeber.
Ja, und was genau ist nun unter Pflege zu verstehen? Wenn Sie Pflegepersonal suchen, dann sollten Sie bereits vorher genau wissen, was Sie brauchen oder suchen. Einfach eine Stunde klassische Thai-Massage pro Tag? Oder jemanden, der dafür sorgt, daß Sie Ihre Tabletten rechtzeitig und vollständig nehmen? Sind Sie vielleicht gehbehindert und brauchen jemanden, der Ihnen die Einkäufe abnimmt und für Ihr Essen sorgt, oder sind Sie so stark behindert, daß Sie eine ausgebildete medizinische Pflegekraft brauchen? Massieren kann fast jeder in Thailand, das lernen die Kinder schon zu Hause. Aber jeder massiert anders, und Sie sollten sagen, wenn die Massage kräftiger oder sanfter sein soll. Und vergessen Sie nicht: Nicht alle verstehen unter Massage das Gleiche.
Besorgungen machen oder Kochen etc. braucht auch keine gezielte medizinische Ausbildung oder Erfahrung. Das kann z. B. auch eine Nachbarin machen, wenn Sie nett darum bitten, die Dame Zeit hat und Sie ihr den Aufwand auch vergüten. Vielleicht haben Sie auch eine Haushaltshilfe, die das auch übernimmt.. Aber Vorsicht mit dem Überlassen von Schlüsseln.
Echtes medizinisch geschultes Personal ist etwas schwieriger zu bekommen und auch – mit Recht – teurer. Ich würde als Erstes im Bekanntenkreis fragen, ob jemand weiß, wo medizinisches Personal zu finden ist. Es gibt beispielsweise Schwesternschulen wie auch in Deutschland. Und es gibt in fast allen Orten und Stadtteilen städtische Krankenstationen und öffentliche Kliniken für ambulante Behandlung,- da würde ich wohl auch nachfragen. Eine Schwester in einem Krankenhaus abzuwerben geht vielleicht auch, aber das Krankenhaus wird das natürlich nicht gerne sehen. Auf jeden Fall sollten Sie nach Referenzen fragen und bei diesen Referenz-Personen auch nachfragen, welche Erfahrungen mit diesem Personal gemacht wurden, das sich bei Ihnen gemeldet hat. War die Person pünktlich, zuverlässig oder hat sie geklaut wie ein Rabe? Denn Vorsicht kann nicht schaden.
Es gibt ein paar Anbieter, die gezielt „betreutes Wohnen“ für Vollpflege-bedürftige Personen anbieten, bis hin zu einem Schweizer Haus in Chiang Mai für Demenzkranke. Und das ist nicht mehr das einzige in Thailand, hier tut sich inzwischen schon sehr viel in Thailand! Man hat entdeckt, daß man mit Seniorenheimen auch Geld verdienenn kann.

Rettungsdienste

Wenn Sie – was Ihnen niemand wünscht – einen Verkehrsunfall erleiden, dann wird Ihnen wahrscheinlich kaum jemand helfen,- das hat historische Gründe. Aber über kurz oder lang wird einer der thailändischen Rettungsdienste auftauchen und sich um Sie kümmern. In der Regel heißt das zuerst stabilisieren und Sie dann ins nächste Krankenhaus fahren.
Früher wurden diese Rettungsdienste mit Recht als Leichenfledderer bezeichnet, aber inzwischen sind sie sehr viel besser und professioneller geworden. Dazu muß man wissen, daß diese Dienste eigentlich als chinesische Hilfsvereine angefangen haben. Dabei ging es darum, armen Chinesen ein ordentliches Begräbnis zu verschaffen, indem alle Mitglieder 20 Baht pro Leiche bezahlten, die vom Verein beigesetzt wurde. War die Person nicht tot, gab es auch kein Geld. Das führte dazu, daß ab und zu etwas nachgeholfen wurde oder daß die Verletzten erst einmal auf Wertsachen gefilzt wurden. Berühmt-berüchtigt ist der Fall des Absturzes der Lauda-Air vor Jahren in Kanchanaburi. Mehrere Hilfsvereine waren schnell vor Ort, bedienten sich aber zunächst selbst an den Leichen. Die Identifizierung der einzelnen Leichen war dadurch extrem erschwert worden und die Angehörigen mit Recht aufgebracht. Das hat die Vereine schwer in Verruf gebracht, aber in der Folge sind diese Vereine professioneller (als Sanitäter, nicht als Leichenfledderer) geworden und inzwischen kann man beruhigt davon ausgehen, daß man bei ihnen nicht „um Leib und Leben“ fürchten muß. Die meisten Vereinsmitglieder arbeiten übrigens freiwillig mit. Ein ehemaliger Kollege arbeitet bei so einem Verein mit, nachdem sein Bruder von dem Verein nach einem Unfall vor dem sicheren Tod gerettet wurde. Und auch, als ich einmal einen schwereren Motorrad-Unfall hatte, brachten mich solche Sanitäter ins nächste Krankenhaus.
Diese Vereine oder Dienste beschränken sich aber nicht nur auf Verkehrsunfälle, sondern helfen auch bei Katastrophen oder nach einem Unglück. Falls Sie die Namen Por Teck Tüng oder Ruam Katanju hören, das sind in Bangkok die größten Hilfsvereine.

Rücktransport nach Europa

Sollte es passieren, daß sie zur Behandlung nach Europa zurückfliegen wollen oder müssen, was niemandem zu wünschen ist, dann reden Sie zuerst mit Ihrem Arzt, ob Sie „transportfähig“ sind. Falls nicht, dann weigert sich jede Fluggesellschaft, Sie an Bord zu nehmen, egal ob Sie ein gültiges Ticket haben oder nicht. Einzige Alternative ist dann noch ein gechartertes Flugzeug einer speziellen Versicherung, bei der Sie sich für sehr hohe Beiträge für solche Transporte versichern können. Aber lassen wir die Kirche im Dorf, mir ist in all den Jahren nur ein Fall zu Ohren gekommen, in dem jemand so einen Flug in Anspruch genommen hat oder nehmen mußte.
Es kann aber passieren, daß Sie ein anderes, kleines, aber ernstes Problem bekommen, wenn Sie z. B. im Krankenhaus liegen: Ihr Visum ist ausgelaufen oder Ihre Aufenthaltsgenehmigung (siehe Einreise-Stempel im Paß). Rein rechtlich sind Sie dann ein illegaler Ausländer. Sie sollten trotzdem nicht in Panik verfallen, denn das Krankenhaus bzw. Ihr Arzt wird Ihnen eine Transportunfähigkeit bescheinigen, die Sie oder eine Person Ihres Vertrauens dann – zusammen mit Ihrem Paß - der Immigration vorlegen, sobald es geht. Die Immigration wird Ihnen dann normalerweise die Aufenthalts-Genehmigung verlängern, bis Sie wieder reisefähig sind. Falls sich Ihre Gesundung länger hinauszögert, wiederholt sich eben dieser Vorgang von Bescheinigung und Verlängerung durch die Immigration. In guten Privatkrankenhäusern wird das vielleicht sogar durch das Personal erledigt. Auf jeden Fall ist es klüger, nicht bis zum Ultimo damit zu warten, daß man die Immigration für eine Aufenthalts-Verlängerung kontaktiert. Die fühlt sich sonst vielleicht ausgenutzt, und das mögen die Beamten dort nicht so gerne.

Tod, Testament etc.

Davon will keiner etwas wissen, verständlich, aber seit unserer Geburt steht fest, daß wir irgendwann auch wieder abtreten müssen. Und je älter wir werden, desto wahrscheinlicher wird es, daß wir demnächst einmal sterben werden. Davor aber wünsche ich jedem ein schönes und erfülltes Leben! Was Sie aber nicht daran hindern sollte, sich ein paar Überlegungen zu diesem Thema zu machen. Ihre Hinterbliebenen werden es Ihnen danken und vielleicht haben Sie in der Richtung auch ein paar Dinge, die sie in bestimmter Art und Weise geregelt wissen wollen.
Der traditionelle Weg in Thailand ist die Aufbahrung im Kloster, damit Freunde und Bekannte Abschied nehmen können. Nach etwa einer Woche erfolgt eine Feuerbestattung. Die Asche wird in der Regel im Kloster in einer dafür vorgesehenen Mauer in eine Nische gestellt, damit Angehörige „zu Besuch“ kommen können. Die Nische ist jedoch nicht umsonst und kann ja nach Kloster einmalig um die 10.000 Baht kosten. Soweit zur „normalen“ Art der Bestattung in Thailand. Falls Sie es nicht anders verfügen, geschieht dies auch mit Ihnen, wobei sich das Kloster nicht daran stört, wenn Sie kein Buddhist sind.
Im Todesfall sollte von Freunden oder Nachbarn als Erstes die nächstgelegene Polizeistelle informiert werden, die dann wohl auch gleich einen Arzt mitbringt, der den Totenschein ausfüllt. Bei ausländischen Verstorbenen wird stets die Botschaft informiert und auf der deutschen Botschaft gibt es einen Beamten, der speziell dafür zuständig ist. Von daher würde es sich anbieten, Verfügungen für den Todesfall und ein eventuelles Testament auf der Botschaft zu hinterlegen, auch wenn die das wohl nicht umsonst macht. Sie können Verfügungen auch an eine andere Person Ihres Vertrauens geben oder per mündlicher Abmachung festlegen, was mit Ihrem Körper dann geschehen soll. Wollen Sie nach Thai Art bestattet werden, wollen Sie, daß Ihre Asche nach Deutschland überführt wird oder wollen Sie mit Sarg nach Deutschland gebracht werden, weil Sie vielleicht in einem Familiengrab beigesetzt werden wollen? Die Wahl liegt bei Ihnen, nur sollten Sie sich über die dafür anfallenden Kosten informieren und den Betrag dafür bereitstellen.
Wenn Sie als gläubiger Christ die letzte Ölung haben möchten oder auf einem christlichen Friedhof in Thailand beigesetzt werden wollen, dann setzen Sie sich am besten rechtzeitig mit dem entsprechenden Pfarrer/Pastor in Verbindung.
Der katholische Pfarrer für Deutsche in Thailand, Burma, Laos und Kambodscha ist derzeit Pfarrer Jörg Dunsbach in Bangkok, per E-Mail zu erreichen unter „Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!“ und per Telefon unter 023 81 13 34. Auf evangelischer Seite haben Sie für die gleichen Länder den Pastor Carsten Körber, erreichbar unter „Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!“ oder per Telefon unter 02391 3631. Irgendwann werden die Personen und Namen wechseln, aber die Gemeinden bleiben natürlich weiterhin bestehen und ansprechbar.
Und dann sollte eigentlich jeder Mensch ein Testament machen, und wenn Sie ins Ausland gehen, dann ist das sogar noch wichtiger!
Für das Testament gilt, daß es normalerweise immer nur eine gültige Version geben kann, aber Sie können ein weiteres Testament machen, wenn dieses sich auf ein anderes Land bezieht und beschränkt! Wenn Sie also in Deutschland schon ein Testament hinterlegt haben, das nur die in Deutschland liegenden Werte etc. betrifft, dann können Sie ein weiteres Testament machen, das sich ausschließlich auf Werte und Güter in Thailand bezieht. Ansonsten gilt stets die neuere Version. Für die Erstellung eines Testaments gibt es wie in Deutschland gewisse Vorschriften, die eingehalten werden müssen, damit das Testament gültig ist. Genaueres finden Sie in dieser Kolumne von Rechtsanwalt Marcus Scholz (http://www.thairecht.com/thai-testament-oder-reicht-ein-deutsches-testament-aus/). Die Kolumne gibt zumindest einen Überblick. Ansonsten kann ich auch einen vielleicht günstigeren Zugang zu rechtlicher Hilfe vermitteln.. Aber ganz generell kann man sagen, ein Testament ist in Thailand relativ einfach und günstig zu machen, auf der Gemeinde oder (in der Stadt) dem Bezirk. Wichtig ist dabei eigentlich nur, daß es vor (nicht von!) dem zuständigen Beamten unterschrieben wrd und daß zwei Zeugen mit unterschreiben. Das Testament kann auch im Amt für kleines Geld aufbewahrt werden. Leider habe ich aber keine Erfahrung, wie die Abwicklung eines Testaments von Ausländern in Thailand abläuft, also ob das korrekt passiert, oder ob da Schmu dabei ist.
Wer auch immer Ihr Testamentsvollstrecker ist, erleichtern Sie ihm die Arbeit. Dazu gehören nicht nur die Angaben, wie Sie bestattet werden wollen, sondern auch eine Auflistung Ihres gesamten Besitzes und wie der nach Ihrem Ableben verteilt werden soll. Dazu gehören auf jeden Fall auch Konten in Thailand (und anderswo, sofern Sie das betrifft)! Wenn Sie ein „Rentnervisum“ haben und dafür 800.000 Baht auf einem Konto haben, sollte das auch nicht vergessen werden. Vermögen und Besitz, von dem Ihr Testamentsvollstrecker nichts weiß, ist unwiederbringlich verloren und das freut andere, egal ob das der Staat ist oder die Bank.
Erbschaftssteuer gibt es in Thailand noch nicht! ABER wer ein kleines oder großes Vermögen aus einer Erbschaft erhält, hat dieses in seine jährliche Einkommensteuer aufzunehmen. Inwieweit dies auch gemacht wird, ist natürlich eine andere Frage. Ich denke mal, daß bei einer Erbschaft von normaler Größe kein Hahn danach kräht, ob der Betrag in der Einkommensteuer auftaucht. Es sei denn, jemand will dem/der/den Erben eins auswischen und verpetzt die Erben beim Finanzamt. Im Übrigen plant die Regierung derzeit ein Gesetz zur Einführung der Erbschaftssteuer. Ich denke mal, das wird moderat anfangen. Aber noch ist nichts Genaueres bekannt. Und vielleicht ist es auch nur ein Strohfeuer. Falls Sie noch Güter oder Geld in Deutschland haben, dann sollten Sie sich beizeiten informieren, wie hoch die von der Erbschaftssteuer befreiten Beträge sind. Das ist alles abhängig vom Verwandtschaftsgrad.
Natürlich ist all dies nicht gerade ein angenehmes Thema, aber den Kopf in den Sand zu stecken hilft da wenig. Dann ist es doch besser, daß zur Trauer um einen Menschen nicht auch noch das Chaos dazu kommt, weil nichts geklärt ist.

Zum Abschluß dieses Kapitels dann doch lieber...

... Ein paar Worte Thai:

Die Ausdrücke für Schmerzen wurden ja weiter oben schon erwähnt,
dscheb“ für einen eher akuten Schmerz und
boad“ für einen mehr permanenten Schmerz.
Gebrochen heißt „hagg“, was sowohl bei Knochen als auch für gebrochene Herzen gilt.
Ein Gebrechen bzw. eine Krankheit ist „roog“ (roog hua dschai = Herz- oder Kreislauferkrankung)
Der Herr Doktor ist „Khun Mo“ (unbetontes „o“),
das Hospital ist das „Rong Pajabahn“ und
die Krankenschwester (und auch der Pfleger) ist die/der „Pajabahn“.
Eine Untersuchung ist „ngan truad“ (Tätigkeit + untersuchen).
Und schließlich ist „ja“ (wie das deutsche Ja) das Wort für Medizin in jedweder Form.

Diese Worte werden Sie im Zusammenhang mit Krankheiten immer wieder zu hören bekommen, deswegen sind sie hier aufgeführt. Sie könne diese Begriffe auswendig lernen, wenn Sie wollen, aber Ihnen wird auch geholfen, wenn Sie diese Worte nicht beherrschen.
Und abschließend sollte nochmals gesagt sein, daß die Thais generell sehr hilfsbereit sind, und das um so mehr, wenn es Ihnen schlecht gehen sollte. Ausnahme hiervon ist allerdings ein Verkehrsunfall. Das kommt daher, daß es früher keine Versicherung für Unfälle gab. Weil beim Unfallgegner nichts zu holen war, hielt man sich an die Helfer, die durch ihre Hilfe angeblich die Verletzungen noch schlimmer gemacht hätten. Inzwischen gibt es aber „rescue-teams“, die bei Unfällen kommen, aber das wurde ja schon erwähnt.

(Nächste Folge: Essen)

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