Das Highlight Singapur steht an

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Published in Sport
Dienstag, 11 September 2018 10:41

HJB – Es ist immer wieder ein Highlight, wenn die Formel 1 Boliden durch den Stadtstaat Singapur rasen. Seit Anbeginn der Motorsport-Moderne galt Monaco als Glitzer-Grand-Prix der Formel 1.

Mit der Rennpremiere von Singapur in der Saison 2008 wurde jedoch klar, dass nirgendwo so viel gefunkelt wird wie auf dem Marina Bay Circuit. Die Königsklasse des Motorsports trug damit der von Bernie Ecclestone und den Herstellern gewünschten globalen Expansion in neue Märkte Rechnung.

Damals das erste und einzige Nachtrennen des Kalenders, haben sich mit Abu Dhabi und Bahrain mittlerweile zwei weitere Spätschichten hinzugesellt. Die Kulisse vor der strahlend illuminierten Skyline des Stadtstaates bleibt jedoch ein Unikum in der Königsklasse. 108 Kilometer Stromkabel mussten in der City für die Formel 1 verlegt werden, 1.600 Lichtprojektoren erhellen die Szenerie und die Lichtleistung von 3.000 Lux ist etwa viermal so hoch wie bei einem Fußballspiel im Stadion. Der Strombedarf liegt bei über drei Millionen Watt.

Ein Unikum sind auch die Tagesabläufe der Piloten. Nach der Ankunft aus Europa stellen sie ihren Schlafrhythmus nicht um, sondern nutzen die Zeitverschiebung, um optimal für den abendlichen Rennbetrieb vorbereitet zu sein. Für viele der Aktiven ist es ein Luxus, an einem Grand-Prix-Wochenende unbeschwert einen Hauch Nachtleben geniessen und entspannt ausschlafen zu können.

Dennoch ist es für den menschlichen Körper eine verwirrende Situation. Dieser funktioniert grundlegend so, dass er bei Tageslicht wach bleiben möchte. Vorhänge und Rollläden helfen. Kleine Schwächen können in Singapur teuer werden - und die Rede ist nicht von dem ikonischen Kaugummi, der fast sinnbildlich für die Sauberkeit der 5,3-Millionen-Einwohner-Metropole steht.

Konzentration und körperliche Fitness sind in den Tropen von besonderer Bedeutung. Die 5,065 Kilometer lange Bahn besitzt 23 Kurven und lässt in 61 Runden kaum Zeit, sich auszuruhen. In Sachen Nettofahrzeit zählt das Rennen regelmäßig zu den längsten der Saison und kratzt teilweise auch im Trockenen an der Zwei-Stunden-Marken.

Zwar sind die Mauern an den meisten Stellen weiter von der Fahrbahn entfernt als in Monaco, dennoch werden Fahrfehler härter bestraft als auf anderen modernen Anlagen, die wegen ihrer asphaltierten Auslaufzonen gerne mit "Parkplätzen" vergleichen werden. Auch wenn die bei den ersten Ausgaben als Sprungschanzen verschrieenen Randsteine entschärft wurden, gibt es auf dem Marina Bay Circuit weiter viele Gelegenheiten für Fehler und havarierte Autos, aber auch zum Überholen. Harte Bremspunkte vor den zahlreichen 90-Grand-Kurven laden zum Ausbremsen ein, erfordern aber ein gut traktierendes Auto und einen Gegner, der die Tür nicht um jeden Preis zuzuwerfen versucht. Schliesslich sind die Geraden meist sehr kurz. Windschatten zu fahren lohnt sich fast nur auf dem Raffles Boulevard, wo sich neben der Start- und Zielgeraden eine von zwei DRS-Zonen befindet. Nichtsdestotrotz setzte sich bei vier von sechs Ausgaben derjenige durch, der das Rennen von der Pole-Position begonnen hatte.

Eine besondere Herausforderung präsentiert das Klima: Bei einer Luftfeuchtigkeit von 70 Prozent und mehr sowie Temperaturen um die 30-Grad-Marke zählt körperliche Fitness in Verbindung mit der pausenlos anspruchsvollen Bahn mehr als auf jedem anderen Kurs. Am kommenden Wochenende winkt vielleicht eine besondere Hürde: Erste Prognosen sagen üblichen Bedingungen und leichten Niederschlag voraus, den es an einem Rennwochenende zuvor nie gab.

Eine Belastungsprobe stellt der Marina Bay Circuit auch für die Technik dar. Auf keiner anderen Bahn setzten die Boliden so stark auf, woran auch eine neue Asphaltdecke nichts geändert hat.

Ästhetisch ist der Funkenschlag bei Nacht allerdings allemal. Eine Strafversetzung in der Startaufstellung, etwa infolge eines Tauschs der vielfach am Ende ihrer Laufzeit ihrer Laufzeit befindlichen Antriebskomponenten, wäre wegen der Schwierigkeiten beim Überholen bitter. Dazu ist jeder Kilometer Fahrpraxis äusserst wertvoll.

In Singapur fahren die Autos ausserdem über eine Brücke, die magnetisch ist, weil darunter immense Stromkabel verlaufen. Besonders stark sind die Leitungen für die Strassenbahn. Dadurch entstehen zahlreiche elektrische Störungen. Dies kann zu Aussetzern der Datensysteme führen und sogar Fahrzeugkomponenten beeinflussen. Diese nach Gouverneur Sir John Anderson benannte Brücke verbindet das Nord- mit dem Südufer des Singapur-Rivers. Sie ist 70 Meter lang, sehr eng und stellt einen der markanten Punkte der Rennstrecke dar. Problematisch: Sollte es dort einen Unfall geben, wäre die Bergung der Autos extrem schwierig. Zum Glück ist das bisher noch nie passiert!

Berühmt geworden ist Singapur ausserdem für den "Crashgate"-Skandal im Jahre 2008, als Teamchef Flavio Briatore seinen Piloten Nelson Piquet jun. anwies, einen Unfall zu bauen, um seinen damaligen Stallgefährten Fernando Alonso in Führung zu bringen.

Im vergangenen Jahr holte sich Seb Vettel die Pole, doch gewinnen konnte er nicht. Sein Widersacher Lewis Hamilton gewann. Vielleicht ist es heuet ja wieder so?

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