Klima

Written by  Stefan Modro
Published in Als Senior in Thailand
Donnerstag, 30 November 2017 18:51
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Sind wir mal ehrlich, das Klima ist ein wesentlicher Grund, warum wir nicht das ganze Jahr in Deutschland bleiben wollen und uns nach „tropischen Gefilden“ sehnen. Jeden Tag eine halbe Stunde (und mehr) Sonnenschein wirkt sich erwiesenermaßen positiv auf unser Gemüt aus: das Hirn produziert Dopamin, das sogenannte Glückshormon. Das ist quasi der natürliche „Trip“, für den junge Leute bereit sind, sich Drogen („Speed“ etc.) einzuwerfen. Brauchen wir nicht, in Thailand geht es uns von ganz alleine prächtig! Und durch das Sonnenlicht, das durch die Augen aufgenommen wird, reguliert das Hirn den Melatonin-Ausstoß. Das Melatonin ist wichtig für den Wach-/Schlaf-Rhythmus.
Traditionell hat Thailand drei Jahreszeiten, heiß, nass und kühl. Diese Jahreszeiten verteilen sich aufs Jahr: Heiß von März bis Juli, nass von August bis Oktober und kühl von November bis Februar. Das ist aber kein eisernes Gesetz, es kann also auch zwischen November und Juli regnen, und die globalen Klimaveränderungen sind auch in Thailand zu merken.
Dazu kommt eine Verschiebung der Jahreszeiten, je nachdem, ob man im Norden oder Süden Thailands ist. Die Regenzeit fängt im Norden ein bis zwei Monate früher an als etwa in Bangkok, wandert von Nord nach Süd und oft gibt es im Dezember/Januar im Süden noch reichlich Regen, während der Norden des Landes schon auf „kalt“ geschaltet hat. Und das Wetter kann auch unterschiedlich sein, je nachdem, ob man im Süden an der Ost- oder der West-Küste lebt.
In Bangkok kann man danach gehen, ob der Wind aus Süd/Südwesten kommt, dann tankt er über dem Meer reichlich Feuchtigkeit, die als Regen über dem Land wieder abgegeben wird. Kommt der Wind aus Nord/Nordost, ist er kühl und trocken, weil aus China...
Warmes Wetter mildert aber auch eine ganze Reihe von Beschwerden, z. B. Rheuma und andere Gelenkschmerzen, es reduziert den Bluthochdruck und vieles mehr. Asthmatiker haben mir erzählt, sie hätten in Thailand viel weniger Beschwerden. Dagegen ist das feucht-schwüle Wetter während der Regenzeit nicht ideal für Menschen mit Herz- oder Kreislaufbeschwerden.
Wichtig ist auch, daß Sie sich dem Klima entsprechend bekleiden und sich z. B. vor einem Sonnenbrand schützen. Es laufen jede Menge unvorsichtige, ausländische „Rothäute“ herum - speziell in den Touristengebieten. Sie sollten besser nicht dazu gehören. Und Sonnenbrand kann man überall bekommen, nicht nur im Gesicht oder auf der Schulter. Besorgen Sie sich Sonnenschutz mit hohem LichtSchutzFaktor (SF 30 und höher), den es in Thailand überall gibt. Die Thais haben das Schönheits-Ideal der blaß-weißen Haut, deshalb vermeiden Sie direkten Sonnenschein und benutzen Kosmetika mit hohem Sonnenschutzfaktor.

Gleich noch zwei weitere Tipps zum Thema Klima und Gesundheit

1)    Wenn Sie das noch nicht haben, dann besorgen Sie sich eine Sonnenbrille. Das Licht in Thailand ist sehr viel heller und intensiver als wir es von Mitteleuropa kennen. Es kann sonst passieren, daß Sie sich die Augen am Strand oder am Meer „verblitzen“.
Wenn Sie geschliffene Gläser brauchen, gehen Sie in Thailand zu einem Brillengeschäft oder einem Optiker. Meistens kann man im Brillengeschäft auch die Kurz- oder Weitsichtigkeit messen. Brillengestelle kosten von 30 Euro aufwärts, die Gläser oft das gleiche pro Stück. Einen „Fielmann“ gibt es auch in Thailand, hier heißt die Kette „Top Charoen“. Was es an Auswahl an Gläsern in Deutschland gibt, gibt es hier auch. Ob Fielmann oder Top Charoen günstiger ist, das kommt auf Ihre Brillenwünsche an, zumal ich die Fielmann Preise nicht genauer kenne.
2)    Das gilt nicht nur in Thailand, sondern in den Tropen generell. Trotzdem sollte man darauf achten. Wenn Sie sich geduscht haben oder aus dem Meer oder dem Pool steigen, dann erfrischt einen oft eine leichte Brise (und sei’s der Ventilator). Das ist angenehm, das ist kühl. Aber Vorsicht: Trocknen Sie sich unter den Achseln und im Schritt so ab, daß die Haut möglichst trocken ist. Denn sonst leisten Sie Geburtshilfe für Ausschlag, Pilzbefall oder andere Arten von Haut-Irritationen. Und das juckt! Vor allem dann, wenn man es am wenigsten gebrauchen kann. Manche Leute schwören auf Puder, vielleicht auch mit Menthol versetzt, um die Feuchtigkeit aufzusaugen, andere Leute sagen, Puder verstopfe die Poren und führe zu unreiner Haut. Wer Recht hat? Das ist wahrscheinlich eine Sache der persönlichen Veranlagung oder Vorlieben. Wenn Sie eine Hautrötung haben, gehen Sie zum Arzt oder lassen Sie sich vom Apotheker eine Salbe geben. Das ist dann meistens ein Breitband-Antimykotikum und mit ein bisschen Cortison zur Beruhigung der Hautzellen. Rechnen Sie bei einer kleinen 5 Gramm Tube Salbe mit 50 bis 100 Baht, das reicht ein paar Tage.
Dem Klima entsprechende Kleidung zu tragen heißt auch, luftdurchlässige Bekleidung, also z. B. aus Baumwolle statt Kunstfaser, sonst schwitzen Sie sich halb zu Tode und die Kleidung klebt Ihnen auf der Haut. Und über kurz oder lang haben Sie gerötete Stellen, wo sich Haut und Kunststoff gerieben haben und als Nächstes kommen dann Hautentzündungen dazu.
Betreiben Sie angepasste Körperhygiene. Es ist kein Verbrechen, sich öfters als einmal am Tag zu Duschen, ganz abgesehen davon, daß es erfrischend ist! Und wenn Sie eine sanfte, hautfreundliche Seife/Waschlotion benutzen, kann eigentlich nicht viel passieren. Eine dieser Seifen heißt ASEPSO und kostet ca. 50 cent, aber es gibt auch andere, allerdings etwas teurere Marken, wie „Dettol“ oder „Protex“.
Die Thais sehen es Ihnen nach, wenn Sie schwitzen, denn Sie sind ja ein ausländischer Besucher. Allerdings sinken Sie in deren Achtung gewaltig, wenn Sie – vielleicht aus falsch verstandener Sparsamkeit – in Kleidung stecken, die nach altem Schweiß stinkt.
Wenn Sie in der heißen Jahreszeit in Thailand sind, sollten Sie ruhig die Klimaanlage benutzen, aber nicht gerade auf eiskalt einstellen. Temperatur-Differenzen von 15 bis 20 Grad beanspruchen Ihren Körper über Gebühr. Innentemperaturen von 24 bis 26 Grad kommen Ihnen trotzdem kühl vor, wenn Sie gerade aus der Hitze kommen. Viele Leute, gerade Thais, sind in der heißen Jahreszeit erkältet,- wirklich wahr! Einfach, weil die Temperaturunterschiede zwischen drinnen und draußen zu groß sind. Früher, als Strom noch billig und das Umweltbewußtsein gleich null war, da waren die Bank-Filialen kalt wie Eisschränke: ein Zeichen von Luxus. Die Angestellten saßen in Winterjacken am Schalter und die Kunden holten sich durch das heiß-kalt-heiß reihenweise einen Schnupfen...
Wichtig ist auch, tagsüber genügend zu trinken, um das Schwitzen auszugleichen. Die Meinung, wie viele Liter pro Tag notwendig sind, gehen auseinander, aber mit zwei bis drei Liter liegen Sie nicht falsch. Es muß auch nicht nur Mineralwasser sein, aber diese Menge etwa in Bier zu sich zu nehmen ist kontraproduktiv. Durch die Hitze erweitern sich Ihre Blutgefäße und damit fällt Ihr Blutdruck etwas, aber mit Alkohol fällt der Blutdruck noch ein ganzes Stück weiter. Wassermelonen enthalten übrigens auch viel Flüssigkeit. Also ist Obst essen nie verkehrt, sofern Sie nicht wegen Diabetes auf bestimmte Früchte verzichten sollten.

Und dann kommt irgendwann mal die Regenzeit, und damit kommen die Güsse, die immer im falschen Moment herunterkommen. Nur: Im Gegensatz zu Europa regnet es hier nicht lange, sondern kurz aber heftig. So ein Guss kann in 10 Minuten vorbei sein, aber auch mal bis zu zwei Stunden dauern, danach kommt die Sonne wieder hervor und es herrscht richtig dampfige Luft. Aber die Straßen und Wege sind bald wieder trocken. Und in der Regel regnet es am ehesten am frühen Abend, leider oft genau dann, wenn alle von der Arbeit nach Hause fahren. Das ist nicht die Schuld von Petrus, sondern physikalisch bedingt, wenn die Luft etwas kühler wird und damit die relative Luftfeuchtigkeit zu hoch wird. Aber das wußten Sie ja schon...
Ein paar Punkte sollte man während der Regenzeit beachten, aber auch, wenn man unplanmäßig in einen Schauer gerät.
* Erstens bleibt man dann am besten drinnen, egal wo man ist. Niemand wird es einem vorwerfen, wenn man z. B. in einem Restaurant, Laden oder Büro wartet, bis der Regen zumindest nachgelassen hat.
* Zweitens verschieben sich Termine auch bei Regen, weil niemand erwartet, daß sich jeder durch den tropischen Regen kämpft. Wenn Sie aufgrund eines Schauers später als geplant erscheinen, wird der Regen als Entschuldigung immer akzeptiert werden. Schließlich sind Sie hier in Thailand und nicht in Deutschland!
* Drittens verhalten sich die Thais bei herannahendem oder beginnendem Regen wie aufgeregte Hornissen,- sofern sie Auto oder Motorrad fahren. Da wird plötzlich alles versucht, um noch mit halbwegs trockener Haut anzukommen, also werden Verkehrsregeln mißachtet und speziell Motorradfahrer nutzen jede Lücke zwischen den Autos, um schneller ans Ziel zu kommen. Leider führt das oft zu Unfällen.
* Viertens haben die wenigsten Thais einen Fahrschul-Unterricht genossen. Deswegen wissen sie auch nicht immer, daß ein Regen nach längerer Trockenheit die Fahrbahn sehr rutschig macht... und schon kracht es, sehr zur Verwunderung der Beteiligten. Ebenso beliebt ist es, das Profil der Reifen zu mißachten, und gerade LKWs fahren oft mit „Slicks“, bis die Reifen platzen oder sie in den Graben gerutscht sind. Aquaplaning, das Wort gibt es in Thai scheinbar nicht. Deshalb fahren ein paar Waghalsige auf nasser Straße genauso schnell wie auf trockener Straße auch.
* Fünftens sollten Sie auf Pfützen aufpassen. Unter manchen ist ein größeres Loch oder ein gebrochener Kanalisationsdeckel und es geht viel tiefer hinein als gedacht. Und zum anderen sollten Sie auch als Fußgänger auf Pfützen auf der Straße achten, weil Autos, Busse etc. da durchfahren und einen Schwall Wasser auf den Gehweg spritzen. Das ist nicht böse Absicht, sondern als Autofahrer kaum zu vermeiden.
* Sechstens: Es ist eine gute Idee, während der Regenzeit seine Tagesplanung entsprechend umzustellen. Gerade, wenn man nicht mehr von 8 bis 5 im Büro oder Betrieb sitzen muß, kann man sich ja relativ leicht anpassen. Wenn Regenzeit ist, dann regnet es fast immer am Nachmittag oder am Abend. Also mache ich meine Besorgungen früher, gehe vormittags einkaufen, zum Friseur oder zur Fußmassage. Und schaue nachmittag aus dem Fenster, wie es draussen runterkommt, während ich im Trockenen sitze. Früher war Starkregen meist gleichbedeutend mit Stromausfall, aber das ist inzwischen die absolute Ausnahme. Also funktionieren Klimaanlage, Ventilator und Fernseher auch bei Regen. Was will man mehr?
* Und schließlich: Ich habe immer eine Regen-Cape in der Tasche, zumindest in der Regenzeit. Die gibt es z. B. im 7/11 Shop (und anderen! Ich will hier keine Schleichwerbung machen) für ca. 20 bis 25 Baht und in verschiedenen Farben. Die sind klein gefaltet verpackt und etwas größer und flacher als eine Zigarettenschachtel. Wenn ich vom Regen überrascht werde, ist so ein Cape schnell übergezogen, und auch wenn es mir nur bis zum Oberschenkel reicht, ist der Rest oberhalb (und der Inhalt der Hosentaschen) vor Regen und Spritzwasser geschützt. Und eine Kapuze ist auch dran.
Aber der große Vorteil des Regens in Thailand gegenüber einem deutschen Regen ist, daß der Tropenregen warm ist! Und damit ist die Gefahr für Europäer geringer, sich dabei zu erkälten.

So, genug vom Regen, kommen wir zur schönen, kühlen Jahreszeit. Aber halt,- es kann auch noch im Dezember regnen und in den meisten Jahren hat es im Januar genau einmal geregnet. Aber die Temperaturen kommen halt auf ein für uns erträgliches Maß herunter. Tagsüber kann es in Bangkok noch an die 30 Grad haben, dafür geht es dann nachts runter auf um die 20 Grad. Im Norden und Nordosten ist der Tag-/Nacht-Unterschied noch größer, in höhergelegenen Gebieten kann es auch mal auf nur 5 Grad abkühlen. Und das ist kein Witz: In jedem Winter erfrieren in Thailand Leute, weshalb die Regierung Decken an arme Leute ausgibt. Leider immer erst dann, wenn es für einige Menschen zu spät ist. Für Unerschrockene, auch unter den Thais, gibt es ein paar Ecken, wo morgens sogar Raureif liegen kann. Dazu gehört der Doi Inthanon, Thailands höchster Berg, eine Ecke der Provinz Loei und der Khao Khor Gebirgszug. Wenn es Ihnen also wirklich noch nicht kalt genug ist, fahren Sie dort hin und frieren Sie zusammen mit den Thais, für die Frieren ein Luxus ist.
Für den Rest von uns gilt es, daß es frühmorgens noch sehr kühl sein kann, der Tag angenehm warm, aber nicht heiß ist und der Abend frisch werden kann. Ab März steigen die Temperaturen dann recht schnell und im April und Mai kann es schon mal ein oder mehrere Tage an die 40 Grad gehen.
Das hat nichts direkt mit dem Klima zu tun, ich will es aber hier trotzdem erwähnen, weil es mit den Jahreszeiten zu tun hat: Weil Thailand nur 1.000 (im Süden) bis 3.000 (im Norden) Kilometer vom Äquator entfernt ist, ist die Länge des Tages auch nicht so unterschiedlich. Im Winter ist es etwa 13 Stunden dunkel und 11 Stunden hell, im Sommer ist es umgekehrt. Die langen, sonnigen Abende im Biergarten, wie sie in Deutschland so beliebt sind, gibt es hier nur bis etwa 18 Uhr. Nach einer recht kurzen Dämmerung ist dann gleich richtig Nacht.
Wie Sie sehen können, sind die Ratschläge gar nicht so verschieden von denen, wie man sich in Europa der Jahreszeit gemäß verhalten sollte. Nur ist es hier ratsam, sich auch daran zu halten.
Für jeden, der Wettervorhersagen (für alle möglichen Orte) in Thailand haben möchte, sei noch die Webseite des Meteorologischen Instituts Thailands empfohlen. Die Seite ist in Englisch, und für Bangkok und Zentral-Thailand gilt diese Adresse: http://www.tmd.go.th/en/region.php?RegionID=3, und http://www.tmd.go.th/en/province.php?id=37 für Bangkok selbst. Von dort aus kommen Sie auch schnell zu anderen Landesteilen und Orten innerhalb Thailands. „70 % precip coverage“ heißt dabei, daß für etwa 70 % der Fläche mit Regen („precipitation“) zu rechnen ist, vielleicht ein tropischer Guss, vielleicht aber auch nur ein paar Tropfen. Ich persönlich gehe für mich davon aus, daß ich bis 30% trocken durch den Tag komme.

Nächste Folge: Wohnen und Unterkunft Teil 1

Read 39 times Last modified on Freitag, 20 April 2018 16:36
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